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Das Nachtzug-Prinzip

Quellen und Anmerkungen

Alle Zahlen zum Nachrechnen.

Hier stehen alle 133 Anmerkungen aus dem Buch, vollständig und mit 194 klickbaren Links. Die Nummern entsprechen den hochgestellten Zahlen im Text. Bei jeder Quelle steht, wann sie abgerufen wurde.

Kapitel 1

Bobby

Anmerkungen 1 bis 2

  1. 1

    „Bobby“ ist eine fiktive Figur, verdichtet aus typischen Merkmalen gut verdienender Angestellter. Gehalt, Ausgaben und Vermögen sind frei gewählt, aber realistisch angesetzt; zum Gehalt vgl. die folgende Anmerkung.

  2. 2

    Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 113 vom 1. April 2026: „Mittlerer Bruttojahresverdienst lag 2025 bei 54 066 Euro“. Ein Bruttojahresverdienst von 100.719 Euro markierte 2025 das 90. Perzentil der Vollzeitbeschäftigten; das oberste 1 Prozent verdiente 219.110 Euro oder mehr. Werte einschließlich Sonderzahlungen. Online: destatis.de/…/PD26_113_621.html (Abruf am 14. Oktober 2026). Zur Umrechnung: 100.000 Euro brutto im Jahr ergeben 2026 selbst in der günstigsten Steuerklasse III nur 5.551 Euro netto im Monat (gesetzlich versichert, kinderlos, ohne Kirchensteuer). Mit zwei Kindern sinkt der Arbeitnehmerbeitrag zur Pflegeversicherung von 2,40 auf 1,55 Prozent; bei der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro steigt das Netto damit um bis zu 0,85 % × 5.812,50 = 49 Euro auf rund 5.600 Euro. Für 6.500 Euro netto muss das Bruttogehalt also deutlich höher liegen. Quellen: Deutschland-Rechner, „Brutto-Netto-Tabelle 2026“, Stand 23. September 2026, online: deutschland-rechner.de/brutto-netto-tabelle; AOK, „Beitragssätze zur Pflegeversicherung 2026“, online: aok.de (Abruf jeweils am 15. Oktober 2026).

Kapitel 2

Was ein Porsche wirklich kostet

Anmerkungen 3 bis 6

  1. 3

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 113 vom 1. April 2026: mittlerer Bruttojahresverdienst (Median) 2025 bei 54.066 Euro. Online: destatis.de/…/PD26_113_621.html (Abruf am 14. Oktober 2026). Porsche AG, Taycan-Konfigurator (Stand Juni 2026): Basismodell ab 102.600 Euro, Taycan 4S ab rund 122.000 Euro. Der im Text angesetzte Listenpreis von 120.000 Euro entspricht einem gut ausgestatteten Basismodell bzw. annähernd einem Taycan 4S. Online: porsche.com/germany/models/taycan (Abruf am 12. Juni 2026). Vollzeitbeschäftigter mit mittlerem Verdienst: 54.066 Euro brutto sind 4.505,50 Euro im Monat, in Steuerklasse I rund 2.871 Euro netto (Deutschland-Rechner, „Brutto-Netto-Tabelle 2026“, Wert für 4.500 Euro brutto; kinderlos, ohne Kirchensteuer; online: deutschland-rechner.de/brutto-netto-tabelle, Abruf am 14. Oktober 2026). Auf 173,33 Monatsstunden (40-Stunden-Woche) sind das 2.871 ÷ 173,33 = 16,56 Euro netto pro Stunde. 120.000 ÷ 16,56 = rund 7.200 (genau 7.246) Arbeitsstunden, 181 Arbeitswochen oder 3,48 Jahre. Urlaubs- und Feiertagswochen zählen als bezahlte Arbeitszeit; Steuerklasse, Bundesland und Krankenkasse verändern das Ergebnis. Bobby: bei 6.500 Euro netto im Monat (Kapitel 1) und 173,33 Stunden ein Nettostundenlohn von 37,50 Euro; 120.000 Euro entsprechen 3.200 Stunden, 80 Wochen oder 1,54 Jahren.

  2. 4

    MSCI World in Euro: Rückgang um rund ein Drittel innerhalb eines Monats bis zum Tief am 23. März 2020. justETF, „Jahresrückblick 2020: Das ETF-Jahr in Zahlen und Fakten“. Online: justetf.com (Abruf am 14. Oktober 2026).

  3. 5

    Alle drei Staaten tragen bei S&P, Moody’s und Fitch die Bestnote AAA (Stand Mai 2026). Tagesgeldvergleich.net, „Ratings der Länder“, online: tagesgeldvergleich.net/…/laender-ratings.html (Abruf am 15. Oktober 2026). Rendite zehnjähriger Staatsanleihen: Deutschland 3,45 Prozent am 6. Oktober 2026 (Deutsche Bundesbank, Renditen der Bundeswertpapiere, online: bundesbank.de); Niederlande 3,29 Prozent und Luxemburg 3,40 Prozent im August 2026 (OECD-Daten via FRED, online: fred.stlouisfed.org/series/IRLTLT01NLM156N und fred.stlouisfed.org/series/IRLTLT01LUM156N; Abruf jeweils am 15. Oktober 2026).

  4. 6

    Zum magischen Dreieck der Geldanlage vgl. Verbraucherzentrale Niedersachsen, „Geldanlage – Das magische Dreieck“, verbraucherzentrale-niedersachsen.de (Abruf am 16. Juli 2026).

Kapitel 3

Zwei Aktien

Anmerkungen 7 bis 13

  1. 7

    Apple vollzog am 31. August 2020 einen Aktiensplit im Verhältnis 4:1. Der Kaufkurs von 132,15 Euro entspricht splitbereinigt 33,0375 Euro je Aktie. Quelle: Apple Inc., Investor Relations, historische Aktienkurse (splitbereinigt). Online: investor.apple.com/stock-price (Abruf am 26. April 2026).

  2. 8

    Börsen-Zeitung: „Broker hängen Banken bei Depots ab“, 1. April 2026. Auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank (Auswertung von lemon.markets und Smartbroker): Ende 2025 gab es in Deutschland 37,2 Millionen Wertpapierdepots, 2,8 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Online: boersen-zeitung.de (Abruf am 15. Oktober 2026).

  3. 9

    Filmografie: The Wolf of Wall Street (Regie: Martin Scorsese, USA 2013); Margin Call (Regie: J. C. Chandor, USA 2011); The Big Short (Regie: Adam McKay, USA 2015).

  4. 10

    Insolvenzen der genannten Unternehmen, jeweils mit praktisch vollständigem Wertverlust der Stammaktien:

    Air Berlin PLC: Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 15. August 2017, nachdem Großaktionär Etihad Airways die Finanzierung eingestellt hatte. Die Aktie verlor in der Folge praktisch ihren gesamten Wert. Vgl. WirtschaftsWoche: „Air Berlin ist insolvent: Die wichtigsten Antworten zur Airline-Pleite“, 15. August 2017. Online: wiwo.de/…/20191262.html (Abruf am 14. Juli 2026).

    Lehman Brothers Holdings Inc.: Chapter-11-Antrag vom 15. September 2008 beim U.S. Bankruptcy Court Southern District of New York, Case No. 08-13555; SEC Form 8-K vom 19. September 2008. Online: sec.gov/…/a08-22764_48k.htm (Abruf am 26. Mai 2026).

    Eastman Kodak: Chapter-11-Antrag vom 19. Januar 2012, U.S. Bankruptcy Court Southern District of New York, Case No. 12-10202; SEC Form 8-K vom selben Tag. Online: sec.gov/…/d285282d8k.htm (Abruf am 26. Mai 2026).

  5. 11

    Apple Inc., Investor Relations: historische Aktienkurse und Dividendenhistorie. Online: investor.apple.com/stock-price und investor.apple.com/dividend-history/default.aspx (Abruf am 26. April 2026). Eigene Berechnung: 1.000 US-Dollar am 31. Dezember 2015 (splitbereinigter Schlusskurs 26,32 US-Dollar) ergeben 37,994 Aktien; zum Schlusskurs vom 31. Dezember 2025 von 271,86 US-Dollar sind das 10.329,05 US-Dollar. Dividenden je Aktie von Januar 2016 bis Dezember 2025 (splitbereinigt): 8,19 US-Dollar, also 311,17 US-Dollar. Gesamtwert ohne Reinvestition: 10.640,22 US-Dollar.

  6. 12

    Amtsgericht München, Pressemitteilung „Insolvenzantrag Wirecard AG“ vom 26. Juni 2020 (Az. 1542 IN 1308/20); die Stammaktien verloren praktisch ihren gesamten Wert. Online: justiz.bayern.de/…/26.php (Abruf am 22. April 2026).

  7. 13

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 085 vom 13. März 2026: 2025 meldeten die Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Online: destatis.de/…/PD26_085_52411.html (Abruf am 14. Juli 2026).

Kapitel 4

Cindys Nachtzug

Anmerkungen 14 bis 28

  1. 14

    Historische Jahresschlusskurse über Boerse.de, jeweils 2018 auf 2024: Tesla 18,60 auf 405,45 Euro (ISIN US88160R1014); Intel 40,67 auf 19,21 Euro (US4581401001); Wirecard 131,90 auf 0,0182 Euro (DE0007472060). Online: boerse.de/…/US88160R1014 (Abruf am 25. Mai 2026), boerse.de/…/US4581401001 (Abruf am 19. Juli 2026) und boerse.de/…/DE0007472060 (Abruf am 24. Mai 2026).

  2. 15

    Vanguard Group: „The story of Vanguard“. Der erste Indexfonds für Privatanleger (First Index Investment Trust, später Vanguard 500 Index Fund) wurde am 31. August 1976 aufgelegt. Online: vanguardinvestor.co.uk/why-vanguard/our-history (Abruf am 26. April 2026). Vgl. auch John Bogle: Common Sense on Mutual Funds. Wiley, 1999.

  3. 16

    Als erster ETF weltweit gelten die 1990 an der Toronto Stock Exchange aufgelegten Toronto 35 Index Participation Units (TIPs). Der erste US-ETF war der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY), aufgelegt am 22. Januar 1993. Quelle: State Street Global Advisors. Online: ssga.com/…/spdr-sp-500-etf-trust-spy (Abruf am 26. April 2026).

  4. 17

    MSCI Inc.: MSCI World Index in den Varianten Price Return (Kursindex), Gross Total Return (GTR) und Net Total Return (NTR), historische Monatsdaten in US-Dollar, indexiert auf 100 zum 31. Dezember 1969. Die offizielle Datenbasis reicht bis zur Auflegung am 31. März 1986 zurück; frühere Werte sind Rückrechnungen von MSCI. Daten ab Januar 2001 stammen aus dem öffentlichen Index-Performance-Tool (app2.msci.com, Abruf im März 2026), davor aus einem historischen Download der MSCI-Website. Indexstände zum 31. Dezember 2025: Kursindex 4.430,381 Punkte, GTR 21.100,067, NTR 14.205,752. Die Euro-Reihe von MSCI ist erst ab Dezember 2000 öffentlich zugänglich; die Euro-Werte dieses Buches wurden deshalb aus den Dollar-Ständen umgerechnet (siehe Anmerkung zu den Wechselkursen) und stimmen im überlappenden Zeitraum mit der offiziellen Reihe überein. Auch den NTR weist MSCI erst ab Dezember 2000 aus. Für die Jahre davor wurde er rekonstruiert: pro Monat die Differenz zwischen GTR und Kursindex als Dividendenanteil, multipliziert mit einem Quellensteuerfaktor von 0,72 (pauschal 28 Prozent). Der Faktor orientiert sich am offiziellen MSCI-Stand vom 29. Dezember 2000; exakt träfe ihn bei Monatsdaten ein Faktor von 0,7267. Die Differenz von 0,66 Prozent ist im Dezember 2000 verbucht und ändert keinen Endwert. Enthalten sind ausländische Quellensteuern auf Dividenden (MSCI-Standardannahme). Nicht enthalten sind persönliche Steuern, ETF-Kosten, Tracking Error sowie Depot- und Transaktionskosten. Online: msci.com/indexes/index/990100 (Abruf am 26. Mai 2026).

  5. 18

    Zur Vorgeschichte: Die weltweiten Aktienindizes, aus denen die MSCI-Reihen hervorgingen, berechnete ab Ende der Sechzigerjahre Capital International; die kommerziellen Rechte gingen 1986 an Morgan Stanley über. Quelle: Capital Group, „Our History“, online: capitalgroup.com/…/our-history.html (Abruf am 13. August 2026).

  6. 19

    U.S. Bureau of the Census, Current Population Reports, Series P-60, Nr. 75: „Income in 1969 of Families and Persons in the United States“, 14. Dezember 1970, S. 130, Table 59, Abschnitt „Year-Round Full-Time Workers“, Spalte Female/Total: Medianeinkommen 5.077 US-Dollar. 10.000 / 5.077 = 1,97. Online: www2.census.gov/…/p60-75.pdf (Abruf am 22. April 2026).

  7. 20

    Eigene Berechnung: 10.000 US-Dollar multipliziert mit dem Anstieg des MSCI World Net Total Return von 100 auf 14.205,752 Punkte (31. Dezember 1969 bis 31. Dezember 2025) ergeben 1.420.575 US-Dollar, brutto vor Kosten und persönlichen Steuern. Warum der NTR zugrunde liegt, erklärt der Abschnitt „Drei Verläufe desselben Index“; zur Datenquelle siehe die Anmerkung zum MSCI World.

  8. 21

    MSCI Inc.: MSCI World Index Factsheet zum 30. April 2026, alle Indexvarianten. Der Index umfasst aktuell 1.310 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Online: msci.com, abrufbar auch über die Indexseite msci.com/indexes/index/990100 (Rubrik „Factsheet“; Abruf am 16. Mai 2026).

  9. 22

    Gesamtkostenquoten (TER) der drei in Kapitel 10 vorgestellten MSCI-World-ETFs: iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc), IE00B4L5Y983, 0,20 Prozent p. a.; Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C, IE00BJ0KDQ92, 0,12 Prozent; SPDR MSCI World UCITS ETF, IE00BFY0GT14, 0,12 Prozent. Quellen siehe die Anmerkungen in Kapitel 10.

  10. 23

    MSCI reinvestiert die Dividende in den Net-Total-Return-Varianten nach Abzug der Quellensteuer, und zwar mit dem Höchstsatz des Sitzlandes für institutionelle Anleger. Bei den internationalen Reihen – dazu zählt der MSCI World – ist das der Satz für nicht ansässige Institutionelle ohne Doppelbesteuerungsabkommen. Aus Anhang VI: USA 30 Prozent, Schweiz 35, Deutschland 26,375, Frankreich 25, Kanada 25, Japan 15,315, Niederlande 15, Vereinigtes Königreich 0. Quelle: MSCI Inc., MSCI Index Calculation Methodology, Februar 2025, Abschnitt 2.2 sowie Anhang VI. Online: msci.com (Abruf am 13. August 2026). Die im Text genannten rund 75 Cent je ausgeschüttetem Dollar sind kein MSCI-Satz, sondern der Durchschnitt über alle 56 Jahre. Er ergibt sich aus den Indexständen zum 31. Dezember 2025 (siehe die Anmerkung zur MSCI-Datenquelle): ln(14.205,752 / 4.430,381) ÷ ln(21.100,067 / 4.430,381) = 1,1652 ÷ 1,5608 = 0,75. Für 1970 bis 2000 beruht der Wert auf der eigenen Rekonstruktion mit dem Faktor 0,72, für 2001 bis 2025 auf den offiziellen MSCI-Daten (dort rund 0,78). Wer ein Doppelbesteuerungsabkommen nutzen kann – bei US-Dividenden für Steuerinländer in Deutschland typischerweise 15 statt 30 Prozent –, trägt weniger. Der NTR ist deshalb die konservative Variante.

  11. 24

    Annualisierte Renditen (geometrisches Mittel / CAGR) über den Zeitraum 31. Dezember 1969 bis 31. Dezember 2025, also 56 Jahre, berechnet nach der Formel r = (Endstand / 100)^(1/56) − 1:
    – Kursindex: (4.430,381 / 100)^(1/56) − 1 = 7,004178 Prozent p. a.
    – GTR: (21.100,067 / 100)^(1/56) − 1 = 10,028469 Prozent p. a.
    – NTR: (14.205,752 / 100)^(1/56) − 1 = 9,253878 Prozent p. a.
    Im Fließtext gerundet wiedergegeben (rund 7,0 / 10,0 / 9,25 Prozent). Alle drei Werte gelten in US-Dollar. Die entsprechende NTR-Rendite in Euro beträgt 7,727446 Prozent p. a.; ihre Herleitung steht in der Anmerkung zu den Wechselkursen.

  12. 25

    Eigene Berechnung, bewusst vereinfacht. Ausgangspunkt sind Cindys 10.000 Dollar über 56 Jahre bei 9,253878 Prozent NTR-Rendite (Herleitung siehe vorstehende Anmerkung). Vermindert um 0,15 Prozentpunkte laufende ETF-Gebühren auf 9,103878 Prozent ergeben sich 1.315.378 statt 1.420.575 Dollar; die Kostendifferenz beträgt 105.197 Dollar oder 7,4 Prozent. Auf den verbleibenden Gewinn von 1.305.378 Dollar entfällt beim Verkauf die Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag abzüglich Teilfreistellung (Berechnung siehe Kapitel 10): 241.005 Dollar. Es verbleiben rund 1.074.000 Dollar, gut 75 Prozent des ungeschmälerten Indexergebnisses. Nicht berücksichtigt sind die Vorabpauschale, die einen Teil der Steuerlast vorzieht und beim Verkauf gegengerechnet wird, sowie eine etwaige Kirchensteuer. Transaktionskosten fallen bei einer Einmalanlage nur einmal an: Eine Kaufgebühr von 25 Dollar reduziert das Endkapital um rund 2.700 Dollar, also um ein viertel Prozent. Laufende Depotgebühren erheben die meisten Direktbanken und Neobroker nicht. Die Rechnung unterstellt außerdem, dass heutiges deutsches Steuerrecht über den gesamten Zeitraum gegolten hätte, und wird bewusst aus deutscher Sicht geführt, obwohl Cindy Amerikanerin ist – nicht, um ihre Steuerlast abzubilden, sondern um die Größenordnung Ihrer eigenen Abzüge zu zeigen. Aus dieser Rechnung stammt die Drei-Viertel-Regel: 1.074.000 von 1.420.575 Dollar sind 75,6 Prozent; rund 7 Prozentpunkte kosten die Gebühren, rund 17 die Steuer. Besteuert wird nur der Gewinn, nicht die eigenen Einzahlungen. Cindys Fall ist deshalb ein ungünstigster Fall: Bei einer einzigen Einzahlung über 56 Jahre besteht das Endkapital zu 99 Prozent aus steuerpflichtigem Gewinn. Wer per Sparplan investiert oder kürzer anlegt, behält mehr – bei einem Sparplan über 16 Jahre rund 89 Prozent. Die Drei-Viertel-Regel beschreibt damit den ungünstigen Fall. Rund drei Viertel gehören Ihnen, meist mehr.

  13. 26

    Umrechnung der Dollar-Indexstände in Euro nach der Formel: Euro-Rendite = (1 + Dollar-Rendite) × (Kurs 1969 / Kurs 2025)^(1/56) − 1, Kurs in US-Dollar je Euro. Ausgangskurs: Nach der Aufwertung der D-Mark vom 24. Oktober 1969 lag die Dollarparität bei 3,66 statt 4,00 DM; dieser Kurs galt bis zur Freigabe im Mai 1971 und damit auch am Stichtag 31. Dezember 1969. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, Deutschland-Chronik zum 24. Oktober 1969, online: bpb.de/…/24-oktober-1969 (Abruf am 11. August 2026). Über den Umstellungskurs von 1 Euro = 1,95583 DM (Verordnung (EG) Nr. 2866/98) sind das 0,53437978 US-Dollar je Euro. Endkurs: EZB-Referenzkurs zum 31. Dezember 2025, 1,1750 US-Dollar je Euro, Zeitreihe EXR.D.USD.EUR.SP00.A, online: data.ecb.europa.eu/…/EXR.D.USD.EUR.SP00.A (Abruf am 13. August 2026). Ergebnis: Der Dollar verlor gegenüber D-Mark und Euro über 56 Jahre 54,5 Prozent, also 1,397142 Prozent pro Jahr. Die NTR-Rendite von 9,253878 Prozent in Dollar entspricht damit 7,727446 Prozent in Euro; aus 14.205,752 Dollar-Punkten werden 6.460,652 Euro-Punkte. Der größte Teil des Abschlags stammt aus dem Zusammenbruch von Bretton Woods: Zwischen 1969 und 1980 verlor der Dollar 5,56 Prozent pro Jahr gegenüber der D-Mark, von 1980 bis 2025 nur noch 0,36. Der Wert ist deshalb konservativ, nicht prognostisch. Da eine annualisierte Rendite allein von Anfangs- und Endstand abhängt, wirkt sich der Kursverlauf dazwischen auf das Ergebnis nicht aus.

  14. 27

    Der US-Dollar geriet 1971 gegenüber der D-Mark unter Druck. Allein im April und Anfang Mai 1971 kaufte die Bundesbank 6 Milliarden US-Dollar auf und gab dafür 22 Milliarden D-Mark in den Markt – ein Inflationsherd. Am 6. Mai 1971 verfügte Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller die vorübergehende Freigabe des D-Mark-Kurses. Am 15. August 1971 folgte der Nixon-Schock: Die USA setzten die Goldeinlösung des Dollars aus und belegten alle zollpflichtigen Importe mit 10 Prozent Zoll. Endgültig aufgelöst wurde das System fester Wechselkurse am 2. März 1973. Quellen: Deutsche Bundesbank, „1973: Das Ende von Bretton Woods“, online: bundesbank.de; Bundeszentrale für politische Bildung, „Das Ende von Bretton Woods und flexible Wechselkurse“, online: bpb.de (Abruf jeweils am 12. August 2026). Zur Inflation siehe die Anmerkung zur US-Inflation in Kapitel 5: annualisiert 7,06 Prozent in den Siebziger- und 5,49 Prozent in den Achtzigerjahren. Zur Handelsbilanz: 1971 kippte die US-Handelsbilanz erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg ins Minus; seither verzeichnen die USA fast ununterbrochen ein strukturelles Defizit. Quellen: Congressional Research Service, „U.S.-World Merchandise Trade Data: 1948–2006“ und „Introduction to U.S. Economy: Trade Deficit“, online: congress.gov/…/RS22612.4.pdf und congress.gov/…/IF13047.1.pdf (Abruf jeweils am 13. August 2026). Zeitreihe ab 1947: U.S. Bureau of Economic Analysis, „Net Exports of Goods and Services“ (NETEXP), online: fred.stlouisfed.org/series/NETEXP (Abruf am 13. August 2026). Die Darstellung im Fließtext ist bewusst vereinfacht; die Wechselkursentwicklung über 56 Jahre hat mehrere, teils gegenläufige Ursachen.

  15. 28

    Herleitung der Euro-Rendite von 7,727446 Prozent p. a. siehe die Anmerkung zur Dollarparität und zur Währungsumrechnung. Die Zahlen der Baum-Analogie sind vereinfacht; ihr Verhältnis entspricht dem tatsächlichen Abstand von 142-fach (Dollar) zu 65-fach (Euro), also dem Faktor 2,2.

Kapitel 5

Ihr Nachtzug

Anmerkungen 29 bis 39

  1. 29

    Methodischer Hinweis zu sämtlichen Hochrechnungen dieses Kapitels. Für Cindy, die in den USA lebt und in Dollar einkauft, gilt die historische NTR-Rendite des MSCI World in US-Dollar von 9,253878 Prozent pro Jahr; für Bobby, die Leserrechnung und alle übrigen Euro-Beträge die Euro-Rendite von 7,727446 Prozent. Im Fließtext erscheinen beide gerundet als 9,25 und 7,73 Prozent; gerechnet wird mit den ungerundeten Sätzen. Einmalanlagen werden jährlich verzinst, Sparpläne monatlich und nachschüssig mit dem konformen Monatssatz (1 + Jahresrendite)^(1/12) − 1, also 0,740261 Prozent in Dollar und 0,622213 Prozent in Euro. Die Sparraten werden jeweils zum Monatsende eingezahlt (nachschüssige Verzinsung). Genannte Sparplan-Dauern bezeichnen den ersten vollen Monat, in dem das Zielvermögen erreicht ist. Wechselkurseffekte sind berücksichtigt, ETF- und Depotkosten, Transaktionsgebühren und persönliche Steuern nicht; alle Endsummen sind Bruttobeträge im Sinne der Drei-Viertel-Regel. Die Inflationsbereinigung erfolgt mit 2,7075277 Prozent pro Jahr, über 37 Jahre ein Kaufkraftfaktor von 2,6871. Cindy, Einmalanlage 10.000 US-Dollar über 56 Jahre: 1.420.575 Dollar; bei zehnfachem Startkapital 14.205.752 Dollar. Bobby, 100.000 Euro Startkapital, Ziel eine Million Euro. Ohne Sparrate rechnerisch nach 371,2 Monaten, also im 372. Monat und damit nach 31 Jahren; Bobby ist dann 71. Mit Monatsrate: 200 Euro → 332 Monate (27 Jahre 8 Monate, Alter 67 Jahre 8 Monate); 500 Euro → 289 Monate (24 Jahre 1 Monat, Alter 64 Jahre 1 Monat); 1.000 Euro → 241 Monate (20 Jahre 1 Monat, Alter 60 Jahre 1 Monat); 1.500 Euro → 209 Monate (17 Jahre 5 Monate, Alter 57 Jahre 5 Monate). Die Ersparnis zwischen reiner Einmalanlage und 1.500 Euro beträgt 163 Monate, also 13 Jahre und 7 Monate. Leser, 20.000 Euro plus 300 Euro monatlich über 37 Jahre (Alter 30 bis 67): 1.023.194 Euro brutto bei 153.200 Euro Einzahlungen, also das 6,68-Fache der Einzahlungen. Erste Jahresentnahme nach der Vier-Prozent-Regel 40.928 Euro, monatlich 3.411 Euro. Inflationsbereinigt entspricht das 380.780 Euro Endvermögen und 1.269 Euro monatlicher Entnahme in heutiger Kaufkraft. Bei 150 Euro monatlich 668.661 Euro, also 65,4 Prozent des Ergebnisses mit 300 Euro; bei 500 Euro 1.495.906 Euro. Dieselben Einzahlungen unter der Matratze: 153.200 Euro nominal, 57.013 real; auf dem Sparbuch 248.759 nominal, 92.575 real. Zur Lesart: Die 153.200 Euro addieren nominale Beträge aus 37 Jahren und sind selbst kein Betrag in heutiger Kaufkraft. Auf heutige Kaufkraft abgezinst entsprechen die Einzahlungen 104.512 Euro. Die drei Endergebnisse wurden identisch abgezinst und sind deshalb vergleichbar.

  2. 30

    William P. Bengen: „Determining Withdrawal Rates Using Historical Data“, in: Journal of Financial Planning 7 (1994), Nr. 4, S. 171–180. Empirische Herleitung der Vier-Prozent-Regel. Bengen beschreibt, dass der Entnahmebetrag des ersten Jahres in jedem Folgejahr an die Inflation angepasst wird und die Quote selbst danach nicht mehr zur Berechnung dient (PDF-Reprint, S. 12). Sein Schwerpunkt lag auf Mischportfolios aus 50 bis 75 Prozent US-Aktien und 25 bis 50 Prozent mittelfristigen US-Staatsanleihen. Die im Text genannten Beträge beziehen sich auf das errechnete Endkapital von 1.023.194 Euro: Genau 4 Prozent davon sind 40.928 Euro im ersten Jahr, also 3.411 Euro pro Monat. Bengens Untersuchung beruht auf US-Daten; die Übertragung auf einen Euro-Anleger ist eine Näherung. Online: financialplanningassociation.org (Abruf am 15. Mai 2026).

  3. 31

    Philip L. Cooley / Carl M. Hubbard / Daniel T. Walz: „Retirement Savings: Choosing a Withdrawal Rate That Is Sustainable“, in: AAII Journal 20 (1998), Nr. 2, S. 16–21. Die als Trinity-Studie bekannte Folgeuntersuchung zu Bengen weitete die Analyse auf fünf Aktienquoten von 0 bis 100 Prozent aus. Bei 100 Prozent Aktien und 4 Prozent inflationsangepasster Entnahme lag die historische Erfolgsquote über 30 Jahre bei rund 95 Prozent. Auch hier US-Daten; als Anleihenanteil dienten langfristige Unternehmensanleihen. Online: aaii.com (Abruf am 21. April 2026).

  4. 32

    Original-MSRP (Manufacturer’s Suggested Retail Price) eines 1969er Ford Mustang Coupé: rund 2.740 US-Dollar (Hardtop). 10.000 Dollar entsprachen damit rund dem 3,6-Fachen eines Neuwagenpreises. Quelle: Ford-Mustang-Preise nach Modelljahr, CJ Pony Parts. Online: cjponyparts.com (Abruf am 4. Juni 2026). Der Vergleich stellt einen Neuwagen einem Gebrauchtwagen gegenüber; Fahrzeuge sind seit 1969 zudem sicherer und langlebiger geworden und etwas stärker im Preis gestiegen als die allgemeine Teuerung. Der weit überwiegende Teil des Unterschieds geht dennoch auf die Geldentwertung zurück.

  5. 33

    Durchschnittspreis eines bis zu acht Jahre alten Gebrauchtwagens in den USA 2025: 30.202 Dollar. Quelle: J.D. Power, zitiert nach CNBC. Online: cnbc.com/2026/02/17/used-car-affordability.html (Abruf am 4. Juni 2026).

  6. 34

    Inflation USA 1970–2025. Datengrundlage: Federal Reserve Bank of Minneapolis, „Consumer Price Index, 1913-“, Jahresdurchschnitte des US-Verbraucherpreisindex und die daraus abgeleiteten Jahresteuerungsraten, Basis 1982–84 = 100. Bis 1977 der damals einzige verfügbare CPI, ab 1978 der CPI-U des U.S. Bureau of Labor Statistics. Ausgewählte Werte: 1969 = 36,7; 1970 = 38,8; 1980 = 82,4; 2000 = 172,2; 2025 = 321,9. Online: minneapolisfed.org/…/consumer-price-index-1913- (Abruf am 20. April 2026). Eigene Berechnung: annualisierte Rate über 56 Jahre als geometrisches Mittel der Jahresteuerungsraten 1970 bis 2025, berechnet als ((1+r₁₉₇₀) × (1+r₁₉₇₁) × … × (1+r₂₀₂₅))^(1/56) − 1 = 3,949038 Prozent. Das arithmetische Mittel läge mit 3,985714 Prozent höher und würde die Teuerung überzeichnen. Spitzenwerte: 1974 = 11,1 Prozent, 1979 = 11,3, 1980 = 13,5 (das einzige Jahr über 13 Prozent), 1981 = 10,3. Nach Jahrzehnten annualisiert 7,06 Prozent (1970–1979) und 5,49 Prozent (1980–1989). Bei 3,949038 Prozent halbiert sich die Kaufkraft alle 17,9 Jahre, bei der deutschen Rate von 2,7075277 Prozent alle 25,9 Jahre. Was 1969 in den USA 10.000 Dollar kostete, kostet heute rund 87.500 Dollar. Im Fließtext gerundet wiedergegeben.

  7. 35

    Inflation Deutschland 1970–2025. Datengrundlage: Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex für Deutschland – Lange Reihen ab 1948, Tabelle „Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %“ (verkettet: bis 1991 Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte im früheren Bundesgebiet, ab 1992 Verbraucherpreisindex für Deutschland; letzte Ausgabe: Juni 2025, Bericht eingestellt). Online: destatis.de (Abruf am 21. April 2026). Wert für 2025: Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 019 vom 16. Januar 2026 (Jahresteuerungsrate 2,2 Prozent). Online: destatis.de/…/PD26_019_611.html (Abruf am 21. April 2026). Eigene Berechnung: annualisierte Durchschnittsrate über 56 Jahre als geometrisches Mittel, berechnet als ((1+r₁₉₇₀) × (1+r₁₉₇₁) × … × (1+r₂₀₂₅))^(1/56) − 1 = 2,7075277 Prozent, wobei rₜ die Teuerungsrate des Jahres t als Dezimalzahl ist (in Excel: =GEOMITTEL(1+Raten)-1). Das geometrische Mittel ist hier die korrekte Mittelwertart, weil Inflation multiplikativ wirkt: Es ist die konstante Jahresrate, die 56-mal aufgezinst den kumulierten Preisanstieg exakt reproduziert. Das arithmetische Mittel würde die Teuerung überzeichnen. Im Fließtext gerundet wiedergegeben.

  8. 36

    Die 153.200 Euro werden über 37 Jahre hinweg eingezahlt. Da spätere Sparraten eine geringere Kaufkraft haben als heutiges Geld, entsprechen alle Einzahlungen zusammen einer heutigen Kaufkraft von 104.512 Euro. Davon bleiben 57.013 Euro übrig. Vernichtet sind 47.499 Euro, also 45,45 Prozent.

  9. 37

    Sparbuchzinsen Deutschland 1970–2025, zusammengesetzt aus zwei Bundesbank-Reihen. Bis Dezember 2002 die frühere Zinsstatistik (häufigster Zinssatz im Neugeschäft; bis Juni 1993 Spareinlagen mit gesetzlicher, danach mit dreimonatiger Kündigungsfrist), Reihe BBIB1.M.DE.B.H.DNB.SPM.K3M.A.N1.11A (vormals SU0022). Online: api.statistiken.bundesbank.de. Ab Januar 2003 die MFI-Zinsstatistik (volumengewichtete Durchschnittsverzinsung des Spareinlagenbestands privater Haushalte, Kündigungsfrist bis drei Monate, Effektivzins p. a.), Reihe BBIM1.M.DE.B.L23.D.R.A.2250.EUR.N (vormals SUD105). Online: api.statistiken.bundesbank.de (Abruf jeweils am 22. April 2026). Beide Reihen sind konzeptionell nur eingeschränkt vergleichbar; in der Überlappung Januar bis Juni 2003 lag die MFI-Reihe spürbar höher. Eigene Berechnung: annualisierter Durchschnittszinssatz 1970–2025 als geometrisches Mittel ((1+z₁₉₇₀) × … × (1+z₂₀₂₅))^(1/56) − 1 = 2,19226 Prozent, wobei zₜ der Sparbuchzins des Jahres t als Dezimalzahl ist.

  10. 38

    Eigene Berechnung (Realrendite), geometrisch: (1,0219226 ÷ 1,027075277) − 1 = −0,50168 Prozent. Die einfache Differenz der Prozentsätze (−0,52 Prozent) ist nur eine Näherung; korrekt ist der Quotient der Wachstumsfaktoren, weil Zins und Inflation multiplikativ wirken.

  11. 39

    Eigene Berechnung, geometrisch: Realrendite in US-Dollar (1,09253878 ÷ 1,03949038) − 1 = 5,1033 Prozent p. a.; in Euro (1,07727446 ÷ 1,027075277) − 1 = 4,8876 Prozent p. a. Nominal liegen 1,5264 Prozentpunkte zwischen beiden Rechnungen, real nur 0,2157. Der Grund ist die relative Kaufkraftparität: Wegen der höheren US-Inflation hätte der Dollar gegenüber D-Mark und Euro rechnerisch 1,19 Prozent pro Jahr an Wert verlieren müssen (1 − 1,027075277 ÷ 1,03949038); tatsächlich verlor er 1,40 Prozent pro Jahr (siehe Kapitel 4). Der Wechselkurs hat die Inflationsdifferenz also weitgehend nachvollzogen.

Kapitel 6

Was den Zug antreibt

Anmerkungen 40 bis 51

  1. 40

    British American Tobacco p.l.c. (ISIN GB0002875804), London Stock Exchange. Die LSE notiert in Pence; alle Angaben hier in Pfund umgerechnet (100 Pence = 1 Pfund). Zwischenstände aus derselben Kursreihe wie die folgende BAT-Quelle: Schlusskurs Ende 2016 46,22 Pfund; höchster Schlusskurs 56,43 Pfund am 6. Juni 2017 (+126,8 Prozent gegenüber dem Startkurs); Schlusskurs Ende 2017 50,18 Pfund, Ende 2018 25,01 Pfund (Rückgang im Jahr 2018: 50,2 Prozent; gegenüber dem Hoch: 55,7 Prozent); Tagesverlust am 12. November 2018 von 33,70 auf 30,36 Pfund (−9,9 Prozent); tiefster Schlusskurs nach dem Hoch 23,75 Pfund am 28. Januar 2019 (−57,9 Prozent gegenüber dem Hoch, −4,5 Prozent gegenüber dem Startkurs); Schlusskurs Ende 2019 32,33 Pfund; Tief im Corona-Crash 24,19 Pfund am 23. März 2020.

  2. 41

    British American Tobacco p.l.c. (ISIN GB0002875804), London Stock Exchange; Angaben in Pfund (100 Pence = 1 Pfund). Zeitraum 4. Januar 2011 – der 3. Januar war Bankfeiertag – bis 31. Dezember 2020. Kursdaten: finanzen.net, Börsenplatz London, finanzen.net/historische-kurse/bat (Abruf am 6. Juli 2026); Schlusskurs 24,88 Pfund am 4. Januar 2011, 27,08 Pfund am 31. Dezember 2020. Die Kurse sind unbereinigt; die Dividendenabschläge sind an den Ex-Tagen sichtbar (etwa 13. März 2013: −1,22 Pfund bei 0,927 Pfund Dividende; 17. Dezember 2020: −0,52 Pfund bei 0,526 Pfund Dividende). Dividenden: 27 Zahlungen, halbjährlich bis 2017, quartalsweise ab 2018. Jahressummen 2011 bis 2020 in Pence: 119,1 · 130,6 · 137,7 · 144,9 · 150,0 · 155,9 · 218,2 · 195,2 · 203,0 · 210,4. Summe 1.665,0 Pence = 16,65 Pfund je Aktie. Das Übergangsjahr 2017 enthält drei Zahlungen (118,1 + 56,5 + 43,6). Quelle: British American Tobacco, „Dividend Information“, offizielle Dividendenhistorie mit sämtlichen Ex- und Zahlterminen seit 1998, bat.com/…/dividend-information (Abruf am 7. Juli 2026). Berechnung: Kursrendite 27,08 ÷ 24,88 − 1 = 8,8 Prozent; Dividenden 16,65 ÷ 24,88 = 66,9 Prozent; Gesamtertrag ohne Wiederanlage 18,85 Pfund je Aktie = 75,8 Prozent, geometrisch 5,8 Prozent pro Jahr; Dividendenanteil 16,65 ÷ 18,85 = 88,3 Prozent.

  3. 42

    Bei einer deutschen Aktiengesellschaft schlägt der Vorstand vor, wie viel vom Bilanzgewinn ausgeschüttet wird (§ 170 Abs. 2 Aktiengesetz); beschließen muss es die Hauptversammlung der Aktionäre (§ 174 Abs. 1 AktG). Fällig wird die Dividende am dritten Geschäftstag nach dem Beschluss (§ 58 Abs. 4 Satz 2 AktG). Gesetzestext online: gesetze-im-internet.de/aktg/BJNR010890965.html (Abruf am 2. Oktober 2026).

  4. 43

    Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (ISIN DE0008430026), Xetra, Euro. Zeitraum 3. Januar 2011 bis 30. Dezember 2020, jeweils erster und letzter Xetra-Handelstag. Kursdaten: finanzen.net, historische Kurse, Börsenplatz Xetra, online: finanzen.net/historische-kurse/munich_re (Abruf am 6. Juli 2026). Schlusskurse 114,85 und 242,80 Euro. Der Endkurs stimmt mit dem Konzerngeschäftsbericht 2020 überein („Kurs der Aktie zum 31. Dezember: 242,80 Euro“). Die Kurse sind unbereinigt; die Dividendenabschläge sind an allen zehn Ex-Tagen sichtbar (etwa 21. April 2011: von 115,20 auf 109,65 Euro bei 6,25 Euro Dividende; 24. April 2015: von 190,90 auf 181,85 Euro bei 7,75 Euro Dividende). Dividenden: zehn Jahresdividenden, jeweils ex am ersten Handelstag nach der April-Hauptversammlung, gezahlt für das Vorjahr. 2011 bis 2020 in Euro: 6,25 · 6,25 · 7,00 · 7,25 · 7,75 · 8,25 · 8,60 · 8,60 · 9,25 · 9,80. Summe 79,00 Euro je Aktie. Quelle: Munich Re, Dividendenhistorie und HV-Archiv, munichre.com/…/dividende.html (Abruf am 6. Juli 2026). Berechnung: Kursrendite 242,80 ÷ 114,85 − 1 = 111,4 Prozent; Dividenden 79,00 ÷ 114,85 = 68,8 Prozent; Gesamtertrag ohne Wiederanlage 206,95 Euro je Aktie = 180,2 Prozent, geometrisch 10,85 Prozent pro Jahr; Dividendenanteil 79,00 ÷ 206,95 = 38,2 Prozent.

  5. 44

    Amazon.com, Inc. (ISIN US0231351067), Nasdaq, US-Dollar. Zeitraum 3. Januar 2011 bis 31. Dezember 2020, jeweils erster und letzter US-Handelstag. Kursdaten: finanzen.net, Börsenplatz Nasdaq, finanzen.net/historische-kurse/amazon (Abruf am 7. Juli 2026). Die im Text genannten Kurse sind die realen Handelskurse von damals: 184,22 und 3.256,93 US-Dollar. Amazon führte am 6. Juni 2022 einen 20:1-Split durch; Chart-Plattformen zeigen deshalb heute rückwirkend 9,21 bzw. 162,85 US-Dollar. Auf die Rendite hat das keinen Einfluss, da beide Endpunkte gleich skaliert sind. Dividenden: Amazon hat seit dem Börsengang 1997 zu keinem Zeitpunkt eine Dividende gezahlt; das Unternehmen erklärt in seinen Geschäftsberichten wörtlich: „We have never declared or paid cash dividends on our common stock.“ (Form 10-K für das Geschäftsjahr 2017, Teil II, Item 5, eingereicht bei der US-Börsenaufsicht SEC am 2. Februar 2018. Online: sec.gov/…/amzn-20171231x10k.htm, Abruf am 7. Juli 2026. Der Satz findet sich gleichlautend in sämtlichen Amazon-Geschäftsberichten des Betrachtungszeitraums.) Die Absicht, Gewinne einzubehalten, formulierte Amazon ausdrücklich im Form 10-K für das Geschäftsjahr 1999, Item 5: „We intend to retain all future earnings to finance future growth.“ Online: sec.gov/…/0000891020-00-000622.txt (Abruf am 2. Oktober 2026). Die Dividendensumme im Zeitraum beträgt somit exakt 0,00 US-Dollar. Eigene Berechnung: Kursrendite 3.256,93 ÷ 184,22 − 1 = 1.668 Prozent (Faktor 17,7), entsprechend 33,3 Prozent pro Jahr (geometrisch); Anteil der Dividenden am Gesamtertrag: 0 Prozent.

  6. 45

    Der Stapel-Index ist keine von MSCI veröffentlichte Indexvariante, sondern eine eigene Berechnung. Er beantwortet die Frage, wohin ein Anleger gekommen wäre, der sämtliche Ausschüttungen erhalten, aber niemals wieder angelegt hätte. Zur Methodik: Für jeden Monat wurde die Differenz zwischen der Rendite des Net Total Return und der Rendite des Kursindex gebildet. Diese Differenz entspricht der in diesem Monat ausgeschütteten Dividende, da sich beide Varianten ausschließlich in der Behandlung der Ausschüttungen unterscheiden. Der Betrag wurde auf den jeweils gehaltenen Bestand angewandt und unverzinst aufsummiert. Der Stapel-Index ergibt sich als Summe aus dem Stand des Kursindex und dem angesammelten Bargeldbetrag. Da die Berechnung auf dem Net Total Return aufsetzt, sind die Ausschüttungen bereits um die ausländischen Quellensteuern vermindert. Es handelt sich also um Nettodividenden, wie sie tatsächlich auf einem Konto eingegangen wären. Ergebnis zum 31. Dezember 2025, Basis 100 zum 31. Dezember 1969: 5.434,177 Punkte, davon 1.003,796 Punkte aufsummierte Ausschüttungen und 4.430,381 Punkte Kursindex. Gegenüber dem reinen Kursindex bedeutet das ein Plus von 22,7 Prozent; der Net Total Return liegt seinerseits um 161,4 Prozent über dem Stapel-Index. Einschränkung: Die Berechnung unterstellt, dass die angesammelten Beträge unverzinst liegen bleiben. Wer sie etwa auf ein Sparkonto gelegt hätte, käme auf ein höheres Ergebnis; der Abstand zum Reinvestor fiele kleiner aus, bliebe aber in derselben Größenordnung. Datengrundlage siehe folgende Anmerkung.

  7. 46

    MSCI Inc., MSCI World Index (Index-Code 990100) in den Varianten Price (Kursindex), Gross Total Return und Net Total Return, Basiswert 100 zum 31. Dezember 1969: msci.com/indexes/index/990100; Factsheet: msci.com (Abruf jeweils am 26. Mai 2026). Ausführliche Datenherleitung siehe Kapitel 4. Indexstände zum 31. Dezember 2025: Kursindex 4.430,381 Punkte, entsprechend 7,0042 Prozent pro Jahr; Stapel-Index 5.434,177 Punkte (eigene Berechnung, siehe vorstehende Anmerkung); Net Total Return 14.205,752 Punkte, entsprechend 9,2539 Prozent pro Jahr. Der Net Total Return erreicht damit das 3,2064-Fache des Kursindex.

  8. 47

    Die Zahl folgt aus zwei Werten, die in diesem Kapitel bereits hergeleitet wurden. Der Frappuccino-Trinker folgt dem Kursindex und kommt nach 56 Jahren auf 443.038 US-Dollar; der Sammler folgt dem Stapel-Index, hebt also jede Ausschüttung auf, ohne sie wieder anzulegen, und kommt auf 543.418 US-Dollar. Die Differenz von 100.380 US-Dollar ist per Konstruktion die Summe sämtlicher Nettoausschüttungen über den gesamten Zeitraum. Verteilt auf 14.560 Arbeitstage, also 260 pro Jahr über 56 Jahre, ergibt das im Schnitt 6,89 US-Dollar täglich. Die 6,89 US-Dollar sind ein nominaler Mittelwert über 56 Jahre, kein fester Betrag. Die Ausschüttungen wachsen mit dem Depot: Im ersten Jahr liegen sie bei rund einem Dollar pro Arbeitstag, gegen Ende bei einem Vielfachen davon. Der Frappuccino-Trinker trinkt anfangs also weniger und später deutlich mehr, als der Durchschnitt vermuten lässt.

  9. 48

    Der Frappuccino ist ein bewusster Anachronismus, eine dramaturgische Brücke in die Gegenwart. Starbucks eröffnete seinen ersten Laden 1971 am Pike Place Market in Seattle, damals noch als Röster und Händler für Kaffeebohnen, Tee und Gewürze. Den Frappuccino führte Starbucks erst im Sommer 1995 in den USA und Kanada ein, nachdem das Unternehmen die Bostoner Kette The Coffee Connection samt dem Namen „Frappuccino“ übernommen hatte. Quellen: Starbucks Coffee Company, „Company Profile“, about.starbucks.com/press/2023/company-profile; Starbucks Coffee Company, „Frappuccino is 30!“, Starbucks Stories, 30. Juni 2025, historias.starbucks.com/…/frappuccino-is-30 (Abruf jeweils am 3. Oktober 2026).

  10. 49

    Eigene Berechnung auf Basis der drei Indexvarianten (siehe die Anmerkungen zum Stapel-Index und zum MSCI World). Alle drei Anleger investieren am 31. Dezember 1969 einmalig 10.000 US-Dollar und halten bis zum 31. Dezember 2025. Es handelt sich um dieselbe Ausgangslage wie bei Cindy in Kapitel 4; der Reinvestor entspricht exakt ihrem Fall. Endwerte: Frappuccino-Trinker 443.038 US-Dollar, im Text auf 443.000 gerundet; Sammler 543.418 US-Dollar, im Text auf 543.400 gerundet; Reinvestor 1.420.575 US-Dollar. Der Reinvestor erreicht das 3,21-Fache des Frappuccino-Trinkers, die Differenz beträgt 977.537 US-Dollar. Der Sammler liegt lediglich 100.380 US-Dollar über dem Frappuccino-Trinker, aber 877.157 US-Dollar unter dem Reinvestor. Sämtliche Beträge sind Bruttowerte vor laufenden Kosten und persönlichen Steuern; die ausländische Quellensteuer ist im Net Total Return bereits berücksichtigt. Zur Einordnung der Bruttobeträge siehe die Drei-Viertel-Regel in Kapitel 4.

  11. 50

    Gedankenexperiment ohne Steuern und Kosten. Genau 1.000 Euro bei 5 Prozent jährlichem Gewinn über 30 Jahre: 1.000 × 1,05³⁰ = 4.321,94 Euro. Für beide Firmen identisch: Bei Firma A wächst durch die Wiederanlage der Dividende die Anteilszahl um 5 Prozent pro Jahr bei konstantem Kurs. Bei Firma B wächst der Kurs um 5 Prozent pro Jahr bei konstanter Anteilszahl.

  12. 51

    Von einem Euro Bruttodividende verbleiben nach 26,375 Prozent Abzug 73,625 Cent. Zur Abgeltungsteuer, zur Teilfreistellung für Aktienfonds und zur Vorabpauschale siehe die Anmerkungen in Kapitel 10.

Kapitel 7

Die Naturgewalt

Anmerkungen 52 bis 81

  1. 52

    Für alle Crashs dieses Kapitels gilt: Sämtliche Dow-Jones-Angaben sind Tageskurse des Dow Jones Industrial Average über Stooq.com (stooq.com/q/d?s=^dji); abweichende Quellen sind bei der jeweiligen Zahl genannt. Der Dow Jones ist durchgängig der reine Kursindex (ohne Dividenden). Mit reinvestierten Dividenden fielen die Erholungszeiträume kürzer aus. Alle Online-Quellen dieses Kapitels ohne eigenes Abrufdatum wurden am 23. April 2026 abgerufen.

  2. Große Depression 1929

  3. 53

    24. August 1921: 63,9 Punkte; 3. September 1929 (Vorkrisenhoch): 381,2 → Anstieg auf das 5,97-Fache. Schwarzer Donnerstag 24. Oktober 1929: Open 305,9 / Hoch 312,8 / Tief 272,3 / Schluss 299,5 → im Tagesverlauf (Open→Tief) −10,98 Prozent, zum Schluss nur −2,1 Prozent (Erholung am Nachmittag). Dazwischen lagen zwei ruhigere Sitzungen am Freitag und Samstag – die NYSE handelte damals auch an Samstagen; Samstagsschluss 26. Oktober 1929: 299,0 Punkte. Schwarzer Montag 28. Oktober 1929: Open 295,2 / Hoch 295,2 / Tief 256,8 / Schluss 260,6 → −12,82 Prozent gegenüber dem Samstagsschluss. Hinweis: Stooq rundet auf eine Nachkommastelle; die exakten Schlussstände lauten 298,97 und 260,64, daraus ergibt sich der in der Literatur übliche Wert von −12,82 Prozent (aus den gerundeten Werten: −12,84 Prozent). Schwarzer Dienstag 29. Oktober 1929: Open 252,4 / Hoch 252,4 / Tief 212,3 / Schluss 230,1 → −11,70 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss (260,6). Tiefpunkt 8. Juli 1932: 41,2 Punkte = −89,19 Prozent gegenüber dem Hoch; aus 10.000 US-Dollar wurden 1.080,80 US-Dollar. Erstmals wieder über dem Hoch am 23. November 1954 (382,7) – 25 Jahre, 2 Monate, 20 Tage nach dem 3. September 1929.

  4. 54

    Federal Reserve History: „Stock Market Crash of 1929“. Online: federalreservehistory.org/…/stock-market-crash-of-1929. Der Essay dokumentiert auch die konjunkturelle Abkühlung ab Sommer 1929: rückläufige Produktion, stockender Konsum, steigende Arbeitslosigkeit.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  5. 55

    Board of Governors of the Federal Reserve System: Banking and Monetary Statistics, 1914–1941, Washington 1943, S. 283, Table 103 („Bank Suspensions“); FRASER, fraser.stlouisfed.org/…/part-i-6408.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  6. 56

    Reichstagswahlen, Stimmenanteil der NSDAP: 20. Mai 1928 2,6 Prozent, 14. September 1930 18,3 Prozent, 31. Juli 1932 37,4 Prozent. Quelle: Deutscher Bundestag, „Reichstagswahlergebnisse und Mandate in der Weimarer Republik“ (Datenbasis: Jürgen Falter u. a., Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik, München 1986). Online: bundestag.de (Abruf am 15. Juli 2026).

  7. Schwarzer Montag 1987

  8. 57

    Filmzitat aus Wall Street (Regie: Oliver Stone, 20th Century Fox; US-Kinostart 11. Dezember 1987, knapp acht Wochen nach dem Schwarzen Montag), angelehnt an Ivan Boeskys Rede an der UC Berkeley vom 18. Mai 1986 („I think greed is healthy. You can be greedy and still feel good about yourself.“). Die Rede ist durch zeitgenössische Presseberichte überliefert; Boesky selbst bestritt die Formulierung später. Vgl. NBC News: „Ivan Boesky, inspiration for ‚Wall Street‘ villain Gordon Gekko, dies at 87“, 20. Mai 2024. Online: nbcnews.com (Abruf am 15. Juli 2026).

  9. 58

    12. August 1982 (Tief): 776,9 Punkte; 25. August 1987 (Hoch): 2.722,4 → Anstieg auf das 3,50-Fache. Schwarzer Montag 19. Oktober 1987: Open 2.164,2 / Hoch 2.164,2 / Tief 1.677,6 / Schluss 1.738,7; Vortagesschluss (16. Oktober 1987) 2.246,7 → −22,61 Prozent (Schluss/Schluss). Schlimmster Tag 1929 zum Vergleich: −12,82 Prozent. Neues Hoch am 24. August 1989 (2.734,6) – Erholung in 730 Tagen (25. August 1987 → 24. August 1989).

  10. 59

    Brady Report (Presidential Task Force on Market Mechanisms, 1988), sechistorical.org/…/1988_0101_BradyReport.pdf; ergänzend Federal Reserve, FEDS Working Paper 2007-13, federalreserve.gov/…/200713pap.pdf.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  11. 60

    Federal Reserve History, „Stock Market Crash of 1987“, federalreservehistory.org/…/stock-market-crash-of-1987.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  12. 61

    Federal Reserve History, „Stock Market Crash of 1987“ (siehe vorige Anmerkung): „The first contemporary global financial crisis unfolded in the autumn of 1987 […]. A chain reaction of market distress sent global stock exchanges plummeting in a matter of hours.“ (Abruf am 15. Oktober 2026).

  13. 62

    FOMC Conference Call vom 20. Oktober 1987, federalreserve.gov/…/FOMC19871020confcall.pdf; Greenspan-Rede „The Crash of October 1987: 14 Months Later“ (28. Dezember 1988), fraser.stlouisfed.org/…/greenspan_19881228.pdf; Richmond Fed (zum „Greenspan Put“), richmondfed.org/…/q1_federal_reserve; Yale Journal of Financial Crises (auch zur Erholung 1989), elischolar.library.yale.edu.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  14. Dotcom-Blase 2000

  15. 63

    Pets.com, S-1 / Börsenprospekt (SEC Filing, 10. Februar 2000), sec.gov/…/0000891618-00-000749.txt; Liquidation: IPET Holdings, 10-K für 2001, sec.gov/…/f80264e10-k.htm.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  16. 64

    Dow Jones: Hoch 11.723,00 (14. Januar 2000) → Tief 7.286,27 (9. Oktober 2002) = −37,85 Prozent; Dauer 2 Jahre, 8 Monate, 25 Tage.

  17. 65

    Nasdaq Composite, Kurse ebenfalls über Stooq (stooq.com/q/d?s=^ndq): Hoch 5.048,62 Punkte am 10. März 2000, Tief 1.114,11 am 9. Oktober 2002 = −77,93 Prozent; aus 10.000 US-Dollar wurden 2.206,75. Rückkehr auf den Stand vom 10. März 2000 erst am 23. April 2015 mit 5.056,06 Punkten, 15 Jahre, 1 Monat und 13 Tage.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  18. Finanzkrise 2008

  19. 66

    Financial Crisis Inquiry Report (FCIC, 2011), fcic-static.law.stanford.edu/…/fcic_final_report_full.pdf.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  20. 67

    Federal Reserve Board: „Bear Stearns, JPMorgan Chase, and Maiden Lane LLC“. Online: federalreserve.gov/…/reform-bearstearns.htm.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  21. 68

    Lehman Brothers, Chapter-11-Antrag vom 15. September 2008, bekannt gegeben per Form 8-K vom 19. September 2008. Online: sec.gov/…/a08-22764_48k.htm. Vgl. Britannica, „Bankruptcy of Lehman Brothers“, online: britannica.com; Federal Reserve History: „Support for Specific Institutions“. Online: federalreservehistory.org.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  22. 69

    Dow Jones: Hoch 14.164,50 (9. Oktober 2007) → Tief 6.547,05 (9. März 2009) = −53,78 Prozent. Rückkehr über das Vorkrisenhoch am 5. März 2013 (14.253,77) – nach 5 Jahren, 4 Monaten, 24 Tagen.

  23. Corona-Crash 2020

  24. 70

    Dow Jones: Schlusskurs-Hoch 29.551,42 Punkte (12. Februar 2020) → Schlusskurstief 18.591,93 Punkte (23. März 2020) = −37,09 Prozent; Dauer vom Peak bis zum Tief: 40 Kalendertage. Rückkehr auf ein neues Rekordhoch am 16. November 2020 (Schlusskurs: 29.950,44 Punkte). Gemessen ab dem Vorkrisenhoch – wie bei allen Erholungszeiträumen dieses Kapitels – sind das 9 Monate und 4 Tage (278 Tage); ab dem Tief rund acht Monate (238 Tage).

  25. 71

    Die marktweiten Handelsunterbrechungen (Circuit Breaker) wurden 1988 als Konsequenz aus dem Crash von 1987 eingeführt und bis Anfang 2020 nur ein einziges Mal ausgelöst, am 27. Oktober 1997. Im Corona-Crash griffen sie innerhalb von zehn Tagen viermal (9., 12., 16. und 18. März 2020). Quellen: NYSE: „Report of the Market-Wide Circuit Breaker Working Group“. Online: nyse.com; MIT Sloan: „The dark side of stock market circuit breakers“. Online: mitsloan.mit.edu.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  26. 72

    Allein der US-amerikanische CARES Act vom 27. März 2020 mobilisierte rund 2,2 Billionen US-Dollar an Ausgaben, Steuererleichterungen und Kreditprogrammen – das größte Hilfspaket der US-Geschichte. Quelle: Committee for a Responsible Federal Budget (COVID Money Tracker): „What’s in the $2 Trillion Coronavirus Relief Package?“, auf Basis von CBO/JCT. Online: crfb.org (Abruf am 12. Juli 2026). Zur globalen Dimension: Der IWF beziffert den Schuldenanstieg von Staaten, Haushalten und Unternehmen im Pandemiejahr 2020 auf 27 Billionen US-Dollar; insgesamt stiegen die Schulden damit auf 226 Billionen. Quelle: IMF, Transcript of the October 2021 Fiscal Monitor Press Briefing, 13. Oktober 2021. Online: imf.org (Abruf am 12. Juli 2026). Mit aktualisierten Daten (Anstieg 28 Billionen) wertet der IWF das als „the largest one-year debt surge since World War II“. Quelle: Vitor Gaspar, Paulo Medas, Roberto Perrelli: „Global Debt Reaches a Record $226 Trillion“, IMF Blog, 15. Dezember 2021. Online: imf.org (Abruf am 15. Oktober 2026).

  27. 73

    NPR, 31. Dezember 2020: „Stocks 2020: A Stunning Crash, Then A Record-Setting Boom“. Online: npr.org.

    Abruf am 23. April 2026, siehe Anmerkung 52

  28. Die Zeitfalle

  29. 74

    Hauskäufer und Rentner: illustratives Rechenbeispiel mit gerundeten Beträgen. Startkapital je 50.000 Euro, unterstellte Wertentwicklung eines weltweiten Aktien-ETF von 7,727446 Prozent p. a. (MSCI World Net Total Return in Euro, Herleitung siehe Kapitel 4). Streng genommen ist das doppelt gerechnet, denn in dieser Rendite stecken sämtliche Crashs der Geschichte schon drin; als Faustbild funktioniert es trotzdem. Nach drei Jahren 62.510 Euro, nach 30 Jahren 466.403 Euro; nach einem Einbruch von 50 Prozent verbleiben 31.255 bzw. 233.201 Euro. Die 50 Prozent sind ein gerundeter Modellwert, kein historisches Einzelereignis.

  30. 75

    Ein Zusatz zum Weiterdenken: Der Rentner wird kurz vor seinem Ausstieg getroffen. Wer in dieser Lage bereits vom Depot lebt, hat neben dem Kursverlust ein zweites Problem. Er entnimmt aus einem halbierten Vermögen. Genau das ist die Schwachstelle der Vier-Prozent-Regel, und genau deshalb bauen viele Anleger ihr Depot in den Jahren vor dem Ruhestand schrittweise um. Einzelheiten in Abschnitt 10.5.

  31. 76

    Bezogen auf den Dow Jones inklusive reinvestierter Dividenden (nominal, ohne Steuern und Inflationsbereinigung), gerechnet vom Hoch am 3. September 1929; die rund 25 Jahre im Haupttext sind der reine Kursindex. Timothy Falcon Crack: „The Crash of 1929: How Long Did it Take the Dow to Recover?“, SSRN Working Paper, 10. Mai 2025. Das Papier berechnet vier Varianten mit Erholungszeiten zwischen rund 16 und rund 29,75 Jahren; die kürzeste ergibt sich mit reinvestierten Dividenden. Online: ssrn.com/abstract=5221568 (DOI: 10.2139/ssrn.5221568). Zugrunde liegende Gesamtrenditedaten u. a. Robert J. Shiller: „U.S. Stock Markets 1871–Present“. Online: econ.yale.edu/~shiller/data.htm (Abruf jeweils am 19. Juni 2026).

  32. 77

    Alle Länderangaben beruhen auf den jeweiligen Kursindizes ohne Dividenden, wie beim Dow Jones. Abruf jeweils am 30. Juli 2026. Japan: Der Nikkei 225 erreichte am 29. Dezember 1989 seinen Rekord von 38.915,87 Punkten und schloss erst am 22. Februar 2024 mit 39.098,68 Punkten darüber; dazwischen fiel er zeitweise auf rund 7.000 (Schlusskurstief 7.054,98 am 10. März 2009). 1989 waren sieben der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt japanisch, heute keines. Quelle: Associated Press, 22. Februar 2024, gulfnews.com. Der Nikkei 225 Total Return Index, der Dividenden mitrechnet, schaffte sein neues Hoch schon im Februar 2021. Quelle: Nikkei Inc., nikkei.co.jp. Taiwan: Der TAIEX übertraf im Juli 2020 erstmals sein Rekordhoch vom Februar 1990. Quelle: Taipei Times, 28. Juli 2020, taipeitimes.com/…/2003740674. Frankreich: Der CAC 40 überschritt im November 2021 erstmals seinen Rekord vom 4. September 2000. Quelle: Boursorama, boursorama.com/tag/record-cac-40. Italien: Der FTSE MIB stellte seinen Rekord am 6. März 2000 auf – damals noch als MIB 30 mit 30 statt 40 Titeln, die Historie wird verkettet fortgeschrieben – und brach ihn am 25. Mai 2026. Auch er ist ein reiner Kursindex. Quelle: Milano Finanza, 29. Mai 2026, milanofinanza.it. Griechenland: Der Athex Composite erreichte sein Allzeithoch am 17. September 1999 (Quelle: Wikipedia, „Euronext Athens“, en.wikipedia.org/wiki/Euronext_Athens) und stand im Juli 2026 bei knapp 40 Prozent davon (Quelle: Investing.com, investing.com/indices/athens-general). China: Der Shanghai Composite erreichte sein Hoch 2007 und notiert bis heute darunter. Quelle: finanzen.net, finanzen.net/index/shanghai_composite/hochtief.

  33. 78

    Private Bankguthaben wurden nach dem Umstellungsgesetz vom 20. Juni 1948 im Verhältnis 10:1 auf D-Mark umgestellt; nach dem Festkontengesetz vom Oktober 1948 blieben von 100 Reichsmark am Ende 6,50 D-Mark. Quelle: Deutsche Bundesbank, „Währungsreform 1948“, bundesbank.de (Abruf am 22. August 2026). Die Schulden des Reiches, darunter die Reichsanleihen, wurden 1948 blockiert – weder erloschen noch verwertbar – und erst Ende der Fünfzigerjahre abschließend geregelt; die Eigentümer von Geldvermögen wurden faktisch entschädigungslos enteignet. Quelle: Werner Plumpe, „Die Währungsreform von 1948 und ihre Bedeutung für die Gegenwart“, Konrad-Adenauer-Stiftung, Zeitgeschichte Aktuell Nr. 11, Juni 2023, S. 12, kas.de (Abruf am 22. August 2026). Die Beteiligung der Aktionäre blieb dagegen bestehen: Nach § 35 des D-Markbilanzgesetzes vom 21. August 1949 (WiGBl. S. 279) setzten Aktiengesellschaften ihr Grundkapital und ihre Aktien lediglich in Deutscher Mark neu fest, auf Basis des tatsächlich vorhandenen Vermögens. Der Anteil am Unternehmen wurde umgerechnet, nicht gestrichen. Gesetzestext: buzer.de/s1.htm?a=35-59&ag=4750 (Abruf am 22. August 2026).

  34. 79

    Eigene Auswertung auf Monatsbasis, in Euro bzw. D-Mark und mit reinvestierten Dividenden, also aus Sicht eines Anlegers in Deutschland. Gemessen wird die längste Phase zwischen einem Höchststand und dem Zeitpunkt, an dem dieser Stand wieder erreicht wurde. Höchststand August 2000 bei 158,60 Punkten, Tiefpunkt Februar 2009 bei minus 55,2 Prozent, Wiedererreichen November 2013 bei 159,50 Punkten: 159 Monate, also 13 Jahre und 3 Monate. Der Vorsprung auf das alte Hoch beträgt dabei nur 0,6 Prozent, weniger als die Rechenunschärfe der nachgerechneten Werte vor 2001; je nach Rechenweg endet die Durststrecke zwischen November 2013 und Februar 2014. Das ist die längste Durststrecke des Weltindex ab Dezember 1969. Die zweitlängste liegt in den Siebzigerjahren, von Januar 1973 bis Februar 1981, also 8 Jahre und 1 Monat, mit einem Tiefpunkt von minus 52 Prozent im Dezember 1974. Datengrundlage: MSCI World Net Total Return. Die öffentlich exportierbare Euro-Reihe von MSCI beginnt im Dezember 2000; für alle Monate davor wurden die Werte aus der Dollar-Reihe und den jeweiligen Wechselkursen nachgerechnet. Kursquellen: für Dezember 1969 bis Dezember 1970 die im Bretton-Woods-System geltende Dollarparität von 3,66 D-Mark (Bandbreite 0,75 Prozent); für Januar 1971 bis Dezember 1998 die Reihe EXGEUS der Federal Reserve Bank of St. Louis, Monatsdurchschnitte der D-Mark-Dollar-Kurse (fred.stlouisfed.org/series/EXGEUS, Abruf am 14. August 2026); ab Januar 1999 die Euro-Referenzkurse der Europäischen Zentralbank, Monatsendstände, Zeitreihe EXR.D.USD.EUR.SP00.A. Die Umrechnung von D-Mark in Euro erfolgt über den unwiderruflichen Umstellungskurs von 1 Euro = 1,95583 D-Mark. Das Verfahren wurde über die 301 Monate geprüft, in denen sich die eigene Rechnung mit der offiziellen MSCI-Euro-Reihe überlappt; die mittlere Abweichung beträgt 0,89 Prozent und geht auf unterschiedliche Fixing-Zeitpunkte zurück. Dass der Höchststand im August und nicht im März 2000 lag, hat einen Währungsgrund: Der Dollar-Index erreichte seinen Gipfel im März, doch der Euro fiel bis in den Herbst 2000 auf sein Allzeittief von 0,8252 US-Dollar. Ein schwacher Euro erhöht den in Euro gemessenen Indexstand. Zum Vergleich in US-Dollar: Dort dauerte die längste Durststrecke seit 1969 nur 5 Jahre und 10 Monate (März 2000 bis Januar 2006), beim Kursindex ohne Dividenden 6 Jahre und 8 Monate. Der Unterschied entsteht, weil der Euro von rund 0,89 US-Dollar im Sommer 2000 auf über 1,40 Ende 2007 stieg und die Erholung für Euro-Anleger aufzehrte. Dadurch verschmelzen Dotcom-Krise und Finanzkrise, die in Dollar zwei getrennte Bärenmärkte sind, aus Euro-Sicht zu einer einzigen Durststrecke. Denselben Mechanismus zeigen die Siebzigerjahre: In Dollar dauerte die Erholung damals 5 Jahre und 2 Monate, in D-Mark 8 Jahre und 1 Monat – der fallende Dollar verlängerte sie um fast drei Jahre. Zur Größenordnung der Punktzahlen: Die in Kapitel 4 genannten Indexstände sind auf 100 Punkte zum 31. Dezember 1969 normiert; der Net Total Return erreicht dort Ende 2025 rund 14.206 Punkte. Die von MSCI exportierte Euro-Reihe verwendet ein späteres Basisdatum und bewegt sich deshalb in einer Größenordnung von einigen hundert Punkten. Beide Reihen beschreiben denselben Index und zählen nur von unterschiedlichen Nullpunkten an. Für die Messung einer Durststrecke ist das ohne Bedeutung, weil dabei ein Höchststand mit sich selbst verglichen wird und der Nullpunkt sich herauskürzt.

  35. 80

    Anteil Japans an der Marktkapitalisierung des Weltaktienmarktes: rund 40 Prozent auf dem Höhepunkt der Blase 1989, damit größter Aktienmarkt der Welt; Ende 2022 nur noch 6,3 Prozent. Quelle: Nga Pham / Bei Cui / Ummul Ruthbah: „The Performance of the 60/40 Portfolio: A Historical Perspective“, CFA Institute, Capital Markets Report, Februar 2025, S. 7; Datengrundlage: Dimson-Marsh-Staunton-Datenbank (Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2023). Online: rpc.cfainstitute.org (Abruf am 29. September 2026).

  36. 81

    Eigene Auswertung, Datengrundlage wie in der Anmerkung zur längsten Durststrecke oben. Nach dem Hoch vom August 2000 (158,60 Punkte) erreichte die Euro-Reihe ihren höchsten Zwischenstand im Mai 2007 mit 139,29 Punkten, 12,2 Prozent unter dem alten Hoch. In US-Dollar lag der Index zum selben Zeitpunkt bereits 27 Prozent über seinem Hoch vom März 2000. Den Unterschied erklärt der Wechselkurs: Der Euro stieg in dieser Zeit von 0,89 auf 1,35 US-Dollar.

Kapitel 8

Schweißnasse Hände

Anmerkungen 82 bis 93

  1. 82

    Schlusskurse Dow Jones Industrial Average (Stooq, siehe die Anmerkung zur Datengrundlage in Kapitel 7): Tief am 23. März 2020 bei 18.591,93 Punkten, erster Schlusskurs über 34.000 Punkten am 15. April 2021 bei 34.035,99 – ein Plus von 83,07 Prozent in knapp 13 Monaten (388 Tagen).

  2. 83

    TotalEnergies SE (bis Juni 2021: Total SE): Universal Registration Document 2020, Kapitel 1 („Group profile“): rund 100.000 Beschäftigte, Präsenz in mehr als 130 Ländern. Online über SEC EDGAR: sec.gov/…/tot-20201231xex15d1.htm (Abruf am 7. Juli 2026).

  3. 84

    Settlement des WTI-Futures für Mai-Lieferung an der NYMEX am 20. April 2020: minus 37,63 US-Dollar je Barrel; im Tagesverlauf bis −40,32. Quellen: CFTC-Untersuchungsbericht, cftc.gov/PressRoom/PressReleases/8315-20 und CME Group (NYMEX), Settlement-Daten; zur Einordnung U.S. Energy Information Administration, „Low liquidity and limited available storage pushed WTI crude oil futures prices below zero“, 27. April 2020, eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=43495 (Abruf jeweils am 21. Juni 2026). Zur Abgrenzung: Die minus 37,63 US-Dollar sind der Settlement-Preis des Futures. Der EIA-Spotpreis (Cushing, Oklahoma) lag am selben Tag bei minus 36,98 US-Dollar. Quelle: FRED, Reihe DCOILWTICO, fred.stlouisfed.org/series/DCOILWTICO (Abruf am 22. Juni 2026).

  4. 85

    Kursdaten: finanzen.net, historische Kurse TotalEnergies, Börsenplatz Paris (Euronext, Heimatbörse, Kurswährung Euro), finanzen.net/historische-kurse/totalenergies (Abruf am 7. Juli 2026). Schlusskurse: 52,40 Euro am 9. Februar 2022 (höchster Schlusskurs vor Kriegsbeginn), 21,80 Euro am 18. März 2020 (tiefster Schlusskurs des Zeitraums), 60,31 Euro am 30. November 2022. Die Kurse sind unbereinigt; erkennbar am Dividendenabschlag an den Ex-Tagen, am deutlichsten bei der Sonderdividende vom 6. Dezember 2022 (Kursrückgang 1,04 Euro bei 1,00 Euro Ausschüttung). Eigene Berechnung: 21,80 ÷ 49,82 − 1 = −56,2 Prozent in 76 Kalendertagen; Erholung 60,31 ÷ 21,80 = Faktor 2,77.

  5. 86

    Unternehmensergebnisse, Berichtswährung US-Dollar. Geschäftsjahr 2020: bereinigtes Nettoergebnis 4,06 Milliarden bei einem IFRS-Nettoverlust von 7,2 Milliarden infolge von Wertberichtigungen von rund 10 Milliarden, überwiegend auf Öl- und Gasaktiva. Geschäftsjahr 2022: bereinigtes Nettoergebnis 36,2 Milliarden, der höchste Wert der Unternehmensgeschichte. Quelle: TotalEnergies SE, Universal Registration Document 2020 bzw. 2022 (jeweils einschließlich Jahresfinanzbericht; die englische Fassung ist Bestandteil des bei der US-Börsenaufsicht SEC hinterlegten Form 20-F und dort dauerhaft archiviert): sec.gov/…/tot-20201231xex15d1.htm sowie sec.gov/…/tot-20221231xex15d1.htm (Abruf jeweils am 7. Juli 2026).

  6. 87

    TotalEnergies SE: offizielle Dividendenhistorie mit Ex- und Zahlterminen, totalenergies.com/…/dividends (Abruf am 7. Juli 2026). Dividende für das Geschäftsjahr 2020: 2,64 Euro je Aktie, gezahlt in vier Quartalsraten von je 0,66 Euro. Eigene Berechnung: 2,64 ÷ 49,82 = 5,3 Prozent; 2,64 ÷ 25,00 = 10,6 Prozent; 2,64 ÷ 21,80 = 12,1 Prozent.

  7. 88

    Commodity Futures Trading Commission: Interim Staff Report – Trading in NYMEX WTI Crude Oil Futures Contract Leading up to, on, and around April 20, 2020, November 2020. Der Bericht dokumentiert die Kontraktmechanik (1.000 Barrel physisch lieferbares Rohöl je Kontrakt, Lieferpunkt Cushing, Oklahoma) und den Handelstag, an dem der Mai-Kontrakt erstmals unter null US-Dollar notierte; die Lagerauslastung in Cushing war zuvor binnen eines Monats von rund 50 auf 76 Prozent gestiegen, die Restkapazität weitgehend vertraglich gebunden. Online: cftc.gov/…/download (Abruf am 7. Juli 2026). Zum Settlement von minus 37,63 US-Dollar siehe Haupttext dieses Kapitels. Zur Einwohnerzahl: 8.327 Einwohner laut US-Volkszählung 2020. Online: data.census.gov (Abruf am 25. August 2026).

  8. 89

    Brent-Rohöl (Europe Spot Price, erfasst von der US-Energiebehörde EIA): rund 55 US-Dollar je Barrel Mitte Februar 2020, Tiefststände unter 20 US-Dollar im April 2020. Federal Reserve Bank of St. Louis (FRED), Reihe DCOILBRENTEU, fred.stlouisfed.org/series/DCOILBRENTEU (Abruf am 7. Juli 2026).

  9. 90

    Analystenschätzung vom März 2020: Die Schweizer Großbank UBS bezifferte den Ölpreis, bei dem integrierte Ölkonzerne typischerweise so viel Geld einnehmen, wie sie ausgeben, auf 50 bis 60 US-Dollar je Barrel. Quelle: S&P Global, „Price rout throws oil majors’ spending plans into doubt“, 9. März 2020, spglobal.com (Abruf am 25. September 2026).

  10. 91

    Maximaler Kursrückgang im Corona-Crash 2020, jeweils vom Vorkrisen-Rekordschluss zum Tiefpunkt: Dow Jones −37,1 Prozent (29.551,42 am 12. Februar 2020 auf 18.591,93 am 23. März); S&P 500 −33,9 Prozent (3.386,15 am 19. Februar auf 2.237,40 am 23. März); DAX −38,8 Prozent (13.789,00 am 19. Februar auf 8.441,71 am 18. März). Der S&P 500 wird seit 1957 berechnet, heute von S&P Dow Jones Indices. Er umfasst 500 große börsennotierte US-Unternehmen und ist wie der Dow ein Kursindex ohne Dividenden. Der DAX ist hier der Performanceindex; im vierwöchigen Crashfenster ist der Unterschied zum DAX-Kursindex (DE0008467440) vernachlässigbar, da die deutsche Dividendensaison erst im April beginnt. Quellen: Stooq, Symbole ^dji, ^spx und ^dax, stooq.com (Abruf am 7. Juli 2026).

  11. 92

    Dass sich Käufe nach großen Kurseinbrüchen historisch gelohnt haben, zeigt eine Auswertung für den US-Aktienmarkt von Juli 1926 bis Dezember 2022: In den fünf Jahren nach einem Rückgang um 10, 20 oder 30 Prozent lag die Gesamtrendite im Schnitt jeweils bei über 50 Prozent. Quelle: Dimensional Fund Advisors, „Stock Gains Can Add Up after Big Declines“, 17. August 2023, dimensional.com (Abruf am 16. Oktober 2026).

  12. 93

    Wer Geld zurückhält, um erst im Einbruch zu kaufen, kommt laut einer Studie nicht unbedingt zu mehr Vermögen als mit einem stetigen Sparplan. Quelle: Stefano Bonini / Thomas Shohfi / Majeed Simaan, „Buy the dip?“, in: European Financial Management 30 (2024), Nr. 4, S. 2033–2070. Frei zugängliche Fassung: papers.ssrn.com. Selbst wer jeweils am tiefsten Punkt kaufte, lag mit US-Aktien in über 70 Prozent der 40-Jahres-Zeiträume hinter einem gleichmäßigen Sparplan. Quelle: Nick Maggiulli, „Even God Couldn’t Beat Dollar-Cost Averaging“, Of Dollars And Data, 5. Februar 2019, ofdollarsanddata.com (Abruf jeweils am 16. Oktober 2026).

Kapitel 9

Die teuerste Abkürzung der Welt

Anmerkungen 94 bis 105

  1. 94

    „Marc“ ist ein realer Trader; Name und erkennbare Details wurden geändert. Der geschilderte Apple-Handelstag ist erfunden und zeitlich nicht verortet. Um das Beispiel mit realistischen Größenordnungen zu unterlegen, greifen die genannten Kennzahlen (Börsenwert, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Marge, Cash-Reserven) beispielhaft auf die reale Verfassung des Unternehmens Anfang 2024 zurück; siehe die beiden folgenden Anmerkungen.

  2. 95

    Eigene Berechnung, hypothetischer Kursrutsch, Referenzzeitpunkt beispielhaft Anfang 2024. Schlusskurs der Apple-Aktie am 5. Januar 2024: 181,18 US-Dollar (unbereinigt); ausstehende Aktien 15.441.881.000 (Stand 19. Januar 2024, nächstgelegener SEC-Stichtag). Marktkapitalisierung 2.797,76 Milliarden US-Dollar, rund 2,8 Billionen; ein Kursrückgang von 10 Prozent entspricht 279,78 Milliarden, im Text gerundet auf 280. Aktienanzahl: Apple Inc., Form 10-Q für das Quartal zum 30. Dezember 2023, bei der SEC eingereicht am 2. Februar 2024. Online: sec.gov/…/aapl-20231230.htm (Abruf am 6. Juli 2026).

  3. 96

    Apple Inc.: Form 10-K für das Geschäftsjahr 2023 (endend 30. September 2023) und Form 10-Q für das Quartal zum 30. Dezember 2023. Gewinnmarge: 96.995 ÷ 383.285 Mio. US-Dollar = 25,31 Prozent. Cash-Reserven zum 30. Dezember 2023: 40.760 + 32.340 + 99.475 = 172.575 Mio. US-Dollar, also 172,6 Milliarden. Kurs-Gewinn-Verhältnis (eigene Berechnung): verwässerter Gewinn je Aktie der vier Quartale bis zum 30. Dezember 2023: 6,13 − 1,88 + 2,18 = 6,43 US-Dollar; 181,18 ÷ 6,43 = 28,18, im Text gerundet auf 28. Online: sec.gov/…/aapl-20230930.htm und sec.gov/…/aapl-20231230.htm (Abruf jeweils am 6. Juli 2026).

  4. 97

    Brad M. Barber / Terrance Odean: „Trading Is Hazardous to Your Wealth: The Common Stock Investment Performance of Individual Investors“, in: The Journal of Finance 55 (2000), Nr. 2, S. 773–806, DOI: 10.1111/0022-1082.00226. Untersucht wurden 66.465 Haushalte eines US-Discountbrokers (1991–1996): Der breite Markt erzielte 17,9 Prozent pro Jahr, der Durchschnittshaushalt netto 16,4 Prozent, das aktivste Fünftel netto 11,4 Prozent. Frei abrufbar: faculty.haas.berkeley.edu (Abruf am 6. Juli 2026).

  5. 98

    Brad M. Barber / Yi-Tsung Lee / Yu-Jane Liu / Terrance Odean: „Do Individual Day Traders Make Money? Evidence from Taiwan“, Working Paper, 2004. Datengrundlage: sämtliche Daytrades der Börse Taiwan 1995–1999, über 130.000 Daytrader je Sechsmonatszeitraum; im typischen Halbjahr verlieren mehr als acht von zehn Daytradern Geld („more than eight out of ten day traders lose money“). Online: faculty.haas.berkeley.edu/…/Day%20Trade%20040330.pdf. Dieselben Autoren: „The Cross-Section of Speculator Skill: Evidence from Day Trading“, in: Journal of Financial Markets 18 (2014), S. 1–24, DOI: 10.1016/j.finmar.2013.05.006. Datengrundlage: sämtliche Transaktionen der Börse Taiwan 1992–2006; weniger als 1 Prozent der Daytrader erzielen verlässlich positive risikobereinigte Renditen nach Gebühren. Online: faculty.haas.berkeley.edu (Abruf jeweils am 6. Juli 2026).

  6. 99

    Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA): „ESMA agrees to prohibit binary options and restrict CFDs to protect retail investors“, Pressemitteilung vom 27. März 2018. Laut den von der ESMA ausgewerteten Analysen nationaler Aufsichtsbehörden verlieren je nach Anbieter zwischen 74 und 89 Prozent der Kleinanlegerkonten beim CFD-Handel Geld; die Beschränkungen wurden später von den nationalen Aufsichten, in Deutschland der BaFin, dauerhaft übernommen. Online: esma.europa.eu (Abruf am 6. Juli 2026).

  7. 100

    Das Münzwurf-Motiv geht zurück auf Warren Buffett: „The Superinvestors of Graham-and-Doddsville“, Rede an der Columbia Business School vom 17. Mai 1984, veröffentlicht in: Hermes (Columbia Business School Magazine), Herbst 1984. Buffett lässt darin 225 Millionen Amerikaner eine Münze werfen; nach 20 Runden bleiben 215 Gewinner übrig, die Bücher schreiben und Seminare über „effizientes Münzwerfen“ geben – und die sich, wie er anmerkt, von 215 münzwerfenden Orang-Utans statistisch nicht unterscheiden ließen. Online: business.columbia.edu (Abruf am 6. Juli 2026).

  8. 101

    GameStop Corp., Form 10-K für das Geschäftsjahr 2019 (bis 1. Februar 2020): Der Umsatz sank von 8.547,1 Millionen US-Dollar (2017) auf 6.466,0 Millionen (2019), die operative Marge von 5,1 auf −6,2 Prozent; die Zahl der Filialen fiel 2019 von 5.830 auf 5.509. Online: sec.gov/…/a10k-fy19q4.htm (Abruf am 18. Oktober 2026).

  9. 102

    TheStreet: „An In-Depth Timeline of the GameStop Short Squeeze Saga“, zuletzt aktualisiert September 2023. Online: thestreet.com (Abruf am 21. April 2026) und CNBC: „GameStop breaks below $50 a share as short squeeze comes to an end“, 9. Februar 2021. Online: cnbc.com (Abruf am 16. Juli 2026). Beide Quellen wurden herangezogen für die Leerverkaufsquote von rund 140 Prozent des Streubesitzes am 22. Januar 2021 und für sämtliche Schlusskurse (pre-split): 3,97 Dollar am 30. August 2019, 6,68 Dollar am 31. August 2020, 17,25 Dollar am 4. Januar 2021, 65,01 Dollar am 22. Januar 2021, 147,98 Dollar am 26. Januar 2021, 347,51 Dollar am 27. Januar 2021 sowie die Schlusskurse des Absturzes: 193,60 Dollar am 28. Januar 2021, 90,00 Dollar am 2. Februar 2021, 50,31 Dollar am 9. Februar 2021 und den Tiefpunkt von 40,59 Dollar am 19. Februar 2021. Die SEC weist in ihrer eigenen, konservativeren Zählweise für Januar 2021 eine Leerverkaufsquote von 122,97 Prozent aus (siehe die Anmerkung zum SEC-Bericht weiter unten). Laut SEC war GameStop im Januar 2021 zudem die einzige Aktie, deren Leerverkaufsbestand die Zahl aller ausgegebenen Aktien überstieg.

  10. 103

    Zum Aktiensplit: GameStop Corp., Form 8-K vom 6. Juli 2022 (Ankündigung eines 4:1-Splits in Form einer Aktiendividende; splitbereinigter Handel ab 22. Juli 2022). Online: sec.gov/…/gme-20220706.htm (Abruf am 16. Juli 2026). Alle Kursangaben in diesem Kapitel sind pre-split und entsprechen den realen Handelskursen von 2019 bis Februar 2021; gängige Chart-Plattformen zeigen heute rückwirkend geviertelte Kurse, das Hoch vom 28. Januar 2021 erscheint dort als rund 120,75 statt 483 Dollar.

  11. 104

    Elon Musk (@elonmusk) auf Twitter (heute X), 26. Januar 2021, 16:08 Uhr Ostküstenzeit und damit acht Minuten nach Börsenschluss: „Gamestonk!!“, verlinkt auf das Reddit-Forum r/WallStreetBets. Online: twitter.com/elonmusk/status/1354174279894642703 (Abruf am 6. Juli 2026). Die Aktie schloss am Folgetag bei 347,51 US-Dollar.

  12. 105

    U.S. Securities and Exchange Commission (SEC): Staff Report on Equity and Options Market Structure Conditions in Early 2021, Oktober 2021. Online: sec.gov (Abruf am 6. Juli 2026). Verwendet für: Intraday-Hoch von 483 Dollar am 28. Januar 2021, Mechanik der Leerverkäufe und Mehrfachverleihung, zeitweilige Handelsbeschränkungen einzelner Broker am 28. Januar 2021, die Rolle sozialer Medien und die mediale Aufmerksamkeit während der GameStop-Episode. Zu den vorbörslichen Kursen von rund 500 Dollar: CNBC, „5 things to know before the stock market opens January 28, 2021“, 28. Januar 2021: „GameStop shares soared yet again to as high as around $500 in Thursday’s premarket …“. Online: cnbc.com (Abruf am 16. Oktober 2026).

Kapitel 10

Der Fahrplan

Anmerkungen 106 bis 125

  1. 106

    Der durchschnittliche Dispozinssatz deutscher Banken lag im Mai 2026 bei 10,99 Prozent, nach 11,22 Prozent im Juni 2025; die teuerste Bank verlangte 15,39 Prozent. Quelle: Stiftung Warentest, „Dispozinsen im Vergleich: Alle Banken und Sparkassen im Überblick“, 20. Juni 2026, test.de/Dispozinsen-6095517-0 (Abruf am 11. Oktober 2026).

  2. 107

    Anbieterprofile nach den offiziellen Konditionenseiten, Stand Mai 2026: Trade Republic Bank GmbH, traderepublic.com; Scalable Capital GmbH, de.scalable.capital/trading-gebuehren; ING-DiBa AG, ing.de/sparen-anlegen/direkt-depot/konditionen (Abruf jeweils am 14. Mai 2026). Konditionen, Produktumfang und Serviceleistungen ändern sich laufend; tagesaktuelle Vergleiche über justETF und Finanztip (siehe die Anmerkung zu den Vergleichsportalen weiter unten).

  3. 108

    Bundesgerichtshof, Urteile vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03 und XI ZR 49/04 (BGHZ 161, 189): Klauseln, mit denen Banken ein Entgelt für die Übertragung von Wertpapieren in ein anderes Depot verlangen, verstoßen gegen § 307 BGB – der Depotübertrag muss für den Kunden kostenlos sein. Volltext online: lexetius.com/2004,3267 (Abruf am 6. Juli 2026).

  4. 109

    Wertpapiere im Depot stehen im Eigentum des Kunden und unterliegen im Insolvenzfall des Verwahrers dem Aussonderungsrecht nach § 47 Insolvenzordnung in Verbindung mit dem Depotgesetz. Bei Investmentfonds ist das Fondsvermögen zusätzlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Bei deutschen Fonds geschieht das als Sondervermögen nach § 92 Kapitalanlagegesetzbuch. Die in diesem Kapitel vorgestellten ETFs sind jedoch irische Fonds. Für sie und für Fonds aus Luxemburg gilt die EU-Richtlinie 2009/65/EG (OGAW-Richtlinie, englisch UCITS). Danach muss eine Verwahrstelle das Fondsvermögen verwahren (Kapitel IV, Art. 22 ff.). Verwaltungsgesellschaft und Verwahrstelle dürfen nicht dieselbe Gesellschaft sein und müssen unabhängig und ausschließlich im Interesse der Anleger handeln (Art. 25). Gesetzestexte online: gesetze-im-internet.de/inso/__47.html, gesetze-im-internet.de/kagb/__92.html und eur-lex.europa.eu/…/ALL?uri=CELEX:32009L0065; das Depotgesetz ist ebenfalls über gesetze-im-internet.de abrufbar (Abruf der deutschen Gesetzestexte am 6. Juli 2026, der EU-Richtlinie am 29. September 2026).

  5. 110

    Vergleichsportale und Informationsangebote: justETF GmbH, justetf.com (ETF-Datenbank und Sparplan-Vergleich); Finanztip (Finanztip Stiftung), finanztip.de (Depot- und Broker-Vergleich); Finanzfluss, finanzfluss.de (ETF-Grundlagen für Einsteiger). Abruf jeweils am 14. Mai 2026.

  6. 111

    justETF, „MSCI World-ETFs: Welcher ist der beste?“, Stand 15. Oktober 2026: 34 ETFs auf den MSCI World mit laufenden Kosten zwischen 0,05 und 0,50 Prozent pro Jahr. Die meisten, darunter die sechs größten, kosten höchstens 0,20 Prozent. Online: justetf.com/de/how-to/msci-world-etfs.html (Abruf am 16. Oktober 2026).

  7. 112

    Grundlage ist Artikel 10 des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen den USA und Irland, unterzeichnet am 28. Juli 1997 in Dublin: Es senkt die US-Quellensteuer auf Dividenden für irische Empfänger von regulär 30 auf 15 Prozent. Volltext: Internal Revenue Service, „Convention between the Government of the United States of America and the Government of Ireland“. Online: irs.gov/pub/irs-trty/ireland.pdf (Abruf am 23. Juli 2026). Zur praktischen Wirkung bei physisch replizierenden ETFs vgl. justETF: „Quellensteuer – mit ETFs Zeit und Geld sparen“. Online: justetf.com (Abruf am 23. Juli 2026).

  8. 113

    iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc), ISIN IE00B4L5Y983: thesaurierend, Fondsdomizil Irland, physische Replikation (optimiertes Sampling), TER 0,20 Prozent p. a., aufgelegt im September 2009; größter MSCI-World-ETF Europas. BlackRock Asset Management, Produktseite: ishares.com; justETF GmbH, Profilseite: justetf.com (Abruf jeweils am 6. Juli 2026).

  9. 114

    Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C, ISIN IE00BJ0KDQ92: thesaurierend, irisch, physische Replikation (optimiertes Sampling), TER 0,12 Prozent p. a. nach Gebührensenkung (Stand: Juli 2026; ältere Datenquellen weisen noch 0,19 Prozent aus). DWS Group / Xtrackers, Produktseite: etf.dws.com; justETF GmbH, Profilseite: justetf.com (Abruf jeweils am 6. Juli 2026).

  10. 115

    SPDR MSCI World UCITS ETF, ISIN IE00BFY0GT14: thesaurierend, irisch, physische Replikation, TER 0,12 Prozent p. a. State Street Global Advisors, Produktseite: ssga.com; justETF GmbH, Profilseite: justetf.com (Abruf jeweils am 6. Juli 2026).

  11. 116

    Zum Turn-of-the-Month-Effekt grundlegend: John J. McConnell / Wei Xu: „Equity Returns at the Turn of the Month“, in: Financial Analysts Journal 64 (2008), Nr. 2, S. 49–64, DOI: 10.2469/faj.v64.n2.11. Früh dokumentiert wurde der Effekt von Robert A. Ariel: „A Monthly Effect in Stock Returns“, in: Journal of Financial Economics 18 (1987), Nr. 1, S. 161–174, sowie von Josef Lakonishok / Seymour Smidt: „Are Seasonal Anomalies Real? A Ninety-Year Perspective“, in: The Review of Financial Studies 1 (1988), Nr. 4, S. 403–425. Arbeitspapierfassung von McConnell/Xu frei abrufbar: chesler.us (Abruf am 6. Juli 2026). Für die deutsche Sparplan-Praxis: Pascal Kielkopf (HQ Trust), Analysen zum Monatsultimo-Effekt bei MSCI World, MSCI ACWI, DAX und S&P 500 (1971–2024), berichtet unter finanzpraxis.com; sowie Jan Taubitz: „Der beste Tag im Monat, um in einen ETF-Sparplan zu investieren“, Backtest 2012–2022, jantau.com/post/sparplantag-reloaded (Abruf jeweils am 14. Mai 2026).

  12. 117

    Das Prinzip „Pay yourself first“ geht zurück auf George S. Clason: The Richest Man in Babylon, Denver 1926 (deutsch: „Der reichste Mann von Babylon“). Clasons erste Regel lautet dort sinngemäß: Ein Teil von allem, was du verdienst, gehört dir – und zwar bevor du auch nur eine Rechnung bezahlst.

  13. 118

    Zur langfristigen Überlegenheit von Aktien gegenüber Anleihen: Jeremy J. Siegel: Stocks for the Long Run, 6. Auflage, New York (McGraw Hill) 2022 – über rollierende Zeiträume von 20 und mehr Jahren schlugen US-Aktien festverzinsliche Anlagen in der weit überwiegenden Zahl der historischen Perioden. International bestätigt durch Elroy Dimson / Paul Marsh / Mike Staunton: UBS Global Investment Returns Yearbook 2026 (Datenbasis: 35 Märkte seit 1900): In allen Ländern mit durchgehender Datenhistorie seit 1900 erzielten Aktien höhere Langfristrenditen als Anleihen und Geldmarktpapiere. Öffentliche Kurzfassung online: ubs.com (Abruf am 6. Juli 2026).

  14. 119

    § 32d Abs. 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz (EStG): gesonderter Steuersatz von 25 Prozent auf Kapitalerträge; zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf diese Steuer ergeben sich 26,375 Prozent. Die Freigrenze beim Solidaritätszuschlag greift bei der Abgeltungsteuer nicht. Bei Kirchensteuerpflicht ermäßigt sich die Abgeltungsteuer um 25 Prozent der auf die Kapitalerträge entfallenden Kirchensteuer (§ 32d Abs. 1 Satz 3 EStG). Die Gesamtbelastung aus Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer beträgt damit 27,82 Prozent bei 8 Prozent Kirchensteuer (Bayern und Baden-Württemberg) bzw. 27,99 Prozent bei 9 Prozent (übrige Länder). Gesetzestext online: gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html (Abruf am 6. Juli 2026).

  15. 120

    Einkommensteuertarif nach § 32a EStG: progressiver Verlauf bis zum Spitzensteuersatz von 42 Prozent, Reichensteuer 45 Prozent; bei hohen Einkommen kommt der Solidaritätszuschlag hinzu (§ 4 SolZG). Online: gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html sowie gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__4.html (Abruf jeweils am 9. Juli 2026).

  16. 121

    § 20 Abs. 1 Investmentsteuergesetz (InvStG 2018): Bei Aktienfonds sind für Privatanleger 30 Prozent der Erträge steuerfrei (Aktienteilfreistellung). Aktienfonds sind Investmentfonds, die gemäß ihren Anlagebedingungen fortlaufend mehr als 50 Prozent ihres Aktivvermögens in Kapitalbeteiligungen anlegen (§ 2 Abs. 6 InvStG). Als Erträge gelten Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Gewinne aus der Veräußerung der Fondsanteile (§ 16 Abs. 1 InvStG). Effektive Belastung ohne Kirchensteuer: 26,375 Prozent × 0,70 = 18,46 Prozent. Für direkt gehaltene Aktien im Privatvermögen gibt es keine Teilfreistellung: Dividenden (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) und Gewinne aus dem Verkauf von Aktien (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG) unterliegen voll der Abgeltungsteuer von 25 Prozent (§ 32d Abs. 1 EStG) zuzüglich Solidaritätszuschlag. Hintergrund der Teilfreistellung: Seit 2018 unterliegen Investmentfonds mit ihren inländischen Beteiligungseinnahmen selbst der Körperschaftsteuer; sie wird durch einen Steuerabzug von 15 Prozent erhoben und ist damit abgegolten (§ 6 Abs. 2 sowie § 7 Abs. 1 und 2 InvStG). Ausländische Quellensteuern können Fondsanleger seit 2018 nicht mehr auf ihre Steuer anrechnen; stattdessen ist bei Aktienfonds pauschal ein Teil der Erträge steuerfrei. Quellen: gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__20.html, gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__2.html, gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__16.html, gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__6.html, gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__7.html, gesetze-im-internet.de/estg/__20.html, gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html; Finanztip, „Investmentsteuerreformgesetz: So musst Du Deine Aktienfonds und ETFs versteuern“, finanztip.de (Abruf jeweils am 28. September 2026).

  17. 122

    Sparer-Pauschbetrag: § 20 Abs. 9 EStG, seit 1. Januar 2023 in Höhe von 1.000 Euro pro Person bzw. 2.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten; Freistellungsauftrag nach § 44a EStG. Online: gesetze-im-internet.de/estg/__20.html (Abruf am 6. Juli 2026).

  18. 123

    Vorabpauschale: §§ 16, 18 und 19 Investmentsteuergesetz (InvStG 2018), in Kraft seit 1. Januar 2018. Der Basiszins wird von der Deutschen Bundesbank berechnet und vom Bundesministerium der Finanzen jährlich bekannt gegeben. Der Basisertrag beträgt 70 Prozent des Basiszinses, bezogen auf den Rücknahmepreis zu Jahresbeginn, höchstens aber die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres samt Ausschüttungen. Die Vorabpauschale ist der Betrag, um den die Ausschüttungen den Basisertrag unterschreiten (§ 18 Abs. 1 InvStG). Beim Verkauf mindert sie den steuerpflichtigen Gewinn (§ 19 Abs. 1 InvStG). Gesetzestext online: gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__18.html (Abruf am 6. Juli 2026).

  19. 124

    Rechnung: 10.000 Euro × 2,5 Prozent × 0,7 = 175 Euro Vorabpauschale. Nach 30 Prozent Teilfreistellung für Aktienfonds (§ 20 Abs. 1 InvStG) sind 122,50 Euro steuerpflichtig; 26,375 Prozent Abgeltungsteuer samt Solidaritätszuschlag ergeben 32,31 Euro. Der tatsächliche Betrag hängt vom Anleger ab: Kirchensteuer erhöht den Satz auf knapp 28 Prozent, ein ausreichender Freistellungsauftrag senkt die Steuer auf null. Zudem ändert sich der Basiszins jedes Jahr.

  20. 125

    Verlustverrechnung: § 20 Abs. 6 EStG (Verluste aus Aktienveräußerungen sind nur mit Gewinnen aus Aktienveräußerungen verrechenbar); Verlustbescheinigung: § 43a Abs. 3 EStG, Antrag bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres. Ob die Beschränkung für Aktienverluste mit dem Grundgesetz vereinbar ist, prüft derzeit das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 3/21); der Bundesfinanzhof hält sie für verfassungswidrig (Vorlagebeschluss vom 17. November 2020, VIII R 11/18). Bis zu einer Entscheidung gilt sie unverändert. Online: gesetze-im-internet.de/estg/__20.html und gesetze-im-internet.de/estg/__43a.html (Abruf jeweils am 6. Juli 2026) sowie bundesfinanzhof.de/…/STRE202110103 (Abruf am 17. Oktober 2026).

Kapitel 11

Bobbys Endstation

Anmerkung 126

  1. 126

    Bobbys Endstation ist eine Modellrechnung, keine Prognose. Grundlage ist die historische Net-Total-Return-Rendite des MSCI World in Euro von 7,727446 Prozent pro Jahr (Herleitung und methodische Grenzen in Kapitel 4). 100.000 Euro Startkapital zuzüglich 1.500 Euro monatlich, ohne zweite Schaufel, nachschüssig verzinst, erreichen die Million nach 209 Monaten, also 17 Jahren und 5 Monaten; Bobby ist dann 57. Der Betrag ist brutto im Sinne der Drei-Viertel-Regel und nicht inflationsbereinigt. Die im Text geschilderten Kurseinbrüche sind in der Durchschnittsrendite bereits enthalten; reale Verläufe schwanken erheblich.

FAQ

Die 20 Fragen, die immer kommen

Anmerkungen 127 bis 133

  1. 127

    Hendrik Bessembinder: „Do Stocks Outperform Treasury Bills?“, in: Journal of Financial Economics 129 (2018), Nr. 3, S. 440–457. Bessembinder untersuchte die Lebenszeitrenditen sämtlicher 25.967 US-Aktien der CRSP-Datenbank von Juli 1926 bis Dezember 2016. Nur 42,6 Prozent erzielten über ihre gesamte Börsenlebensdauer eine höhere Rendite als einmonatige US-Staatsanleihen; die gesamte Nettovermögensbildung des US-Aktienmarktes seit 1926 entfällt auf die besten 4 Prozent der Titel, alle übrigen erreichten zusammengenommen lediglich das Niveau kurzlaufender Staatsanleihen. Wer einzelne Aktien auswählt, greift also in eine Verteilung, in der wenige große Gewinner den gesamten Ertrag tragen – ein Indexfonds hält sie automatisch alle. Online: papers.ssrn.com (DOI: 10.2139/ssrn.2900447, Abruf am 21. August 2026). Ergänzend zur Unterrendite aktiv verwalteter Fonds: S&P Dow Jones Indices, SPIVA U.S. Scorecard (halbjährlich aktualisiert). Über 15-Jahres-Zeiträume bleiben rund 90 Prozent der aktiv verwalteten US-Aktienfonds hinter ihrer Benchmark zurück. Online: spglobal.com/spdji/en/research-insights/spiva (Abruf am 8. Juli 2026). Zu aktiven Privatanlegern siehe Kapitel 9, Barber/Odean 2000.

  2. 128

    Megan Finlay / Josef Zorn: „Cost averaging: Invest now or temporarily hold your cash?“, Vanguard Research, Februar 2023. Einmalanlagen schlugen gestreckte Einstiege in rund zwei Dritteln der historischen Ein-Jahres-Zeiträume (MSCI World und US-Anleihen, 1976–2022). Online: corporate.vanguard.com (Abruf am 15. Mai 2026).

  3. 129

    MSCI Inc.: MSCI World Index Factsheet zum 30. April 2026, USA-Gewichtung 71,91 Prozent. Online: msci.com, abrufbar auch über die Indexseite msci.com/indexes/index/990100 (Rubrik „Factsheet“; Abruf am 13. Mai 2026).

  4. 130

    Rechnung zur 70/30-Aufteilung: Der MSCI Emerging Markets enthält definitionsgemäß keine US-Unternehmen. Der US-Anteil des Gesamtdepots entspricht deshalb 70 Prozent des US-Anteils im MSCI World: 0,70 × 71,91 Prozent = 50,3 Prozent. Datengrundlage ist die USA-Gewichtung aus der vorigen Anmerkung, Stand 30. April 2026; die Anteile ändern sich laufend mit den Kursen. Die Rechnung setzt außerdem voraus, dass Sie die Aufteilung von 70 zu 30 durch regelmäßiges Rebalancing halten; sonst verschiebt sie sich mit der Wertentwicklung. Wie groß der Schwellenländer-Anteil im MSCI ACWI aktuell ist, steht im Factsheet des MSCI ACWI auf msci.com.

  5. 131

    Am 15. August 1971 beendeten die USA die Einlösbarkeit des Dollars in Gold zum amtlichen Preis von 35 US-Dollar je Feinunze. Quelle: U.S. Department of State, Office of the Historian, „Nixon and the End of the Bretton Woods System, 1971–1973“, history.state.gov/…/nixon-shock. Festgelegt hatten die USA diesen Preis 1934. Quelle: Gary Richardson / Alejandro Komai / Michael Gou, „Gold Reserve Act of 1934“, Federal Reserve History, federalreservehistory.org/…/gold-reserve-act. Bis 1971 stiegen die US-Verbraucherpreise auf rund das Dreifache (Jahresdurchschnitt 1934: 13,4; 1971: 40,5). Quelle: Federal Reserve Bank of Minneapolis, „Consumer Price Index, 1913-“, minneapolisfed.org/…/consumer-price-index-1913-. Seit März 1968 galt der amtliche Preis nur noch für Notenbanken; daneben gab es einen freien Markt für alle übrigen Käufer, soweit ihr Land privaten Goldbesitz erlaubte. Dort wurde die Unze am 9. August 1971 in London mit 43,94 US-Dollar festgestellt, dem höchsten Stand seit März 1968. Quelle: Rachel M. Harvey, „15 August 1971 and the London Gold Market“, Alchemist Nr. 102, London Bullion Market Association, lbma.org.uk. Der Jahresschlusskurs 2025 lag bei 4.338,84 US-Dollar. Quelle: GOLD.DE, „Goldpreisentwicklung 2025“, gold.de/kurse/goldpreis/entwicklung/2025. Vom 9. August 1971 bis Ende 2025 liegen 54,4 Jahre. In dieser Zeit stieg der Goldpreis auf das 98,7-Fache (4.338,84 ÷ 43,94), annualisiert 8,81 Prozent pro Jahr. Der Wert ist nominal und in US-Dollar gerechnet, ebenso wie die 9,25 Prozent des MSCI World. Ab dem amtlichen Preis von 35 Dollar gerechnet wären es 9,27 Prozent; zu diesem Preis konnten Privatanleger 1971 aber nicht kaufen. Zu den Verboten: Die Executive Order 6102 vom 5. April 1933 verbot US-Bürgern den Besitz von Goldmünzen und Goldbarren. Erlaubt blieben Sammlerstücke, gewerbliches Gold und Bestände bis 100 Dollar. Am 31. Dezember 1974 hob Präsident Gerald Ford das Verbot mit der Executive Order 11825 auf. Auch andere Länder verboten Gold: die Weimarer Republik 1923, Frankreich 1936, Indien 1963, Großbritannien 1966. 1973 war privater Goldbesitz in über 120 Staaten eingeschränkt. Quelle: Wikipedia, „Goldverbot“, de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot (Abruf von U.S. Department of State und GOLD.DE jeweils am 24. August 2026, aller übrigen Quellen am 16. Oktober 2026).

  6. 132

    Wer ein Depot auf den Namen seines Kindes eröffnet, überträgt das Geld an das Kind; die Einzahlung ist eine Schenkung (§ 516 BGB). Die Eltern verwalten es nur als Vertreter des Kindes (§§ 1626 Abs. 1 und 1629 Abs. 1 BGB); mit Vollendung des 18. Lebensjahres endet die Vertretung, und das Kind verfügt allein. Online: gesetze-im-internet.de/bgb/__1626.html. Beim BAföG zählt ein solches Depot voll als eigenes Vermögen des Kindes; anrechnungsfrei bleiben 15.000 Euro für Auszubildende, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BAföG). Online: gesetze-im-internet.de/baf_g/__29.html (Abruf jeweils am 24. August 2026).

  7. 133

    Altersvorsorgereformgesetz (Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge) vom 26. Mai 2026, BGBl. 2026 I Nr. 156; vom Bundestag am 27. März 2026 beschlossen, vom Bundesrat am 8. Mai 2026 bestätigt. Online: recht.bund.de/bgbl/1/2026/156/VO.html. Neue Verträge gibt es ab 1. Januar 2027; neue Riester-Verträge werden ab dann nicht mehr abgeschlossen. Grundzulage: 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro und 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro, höchstens 540 Euro im Jahr; das entspricht 150 Euro im Monat und 30 Prozent auf den vollen Eigenbeitrag. Kinderzulage bis 300 Euro je Kind und Jahr. Quelle: Bundesregierung, „Fragen und Antworten: Private Altersvorsorge wird attraktiver“, 1. Juni 2026, bundesregierung.de. Zulässig ist eine Positivliste, vor allem regulierte Investmentfonds (OGAW) einschließlich ETFs sowie bestimmte Anleihen; Einzelaktien, Kryptowährungen und Hebelprodukte sind ausgeschlossen. In der Ansparphase fallen weder Abgeltungsteuer noch Vorabpauschale an, auch nicht bei Umschichtungen. Die Auszahlungen werden vollständig mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, ohne Teilfreistellung. Eigenbeiträge bis 1.800 Euro zuzüglich Zulagen sind als Sonderausgaben abziehbar; das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulage oder Steuerabzug günstiger ist (Günstigerprüfung). Bei Entnahme vor Beginn der Auszahlungsphase sind Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen. Quellen: Maximilian Thomaser, „Altersvorsorgedepot“, Finanzfluss, Stand 16. September 2026, finanzfluss.de/ratgeber/altersvorsorgedepot; Benjamin Schulz, „Was ist das Altersvorsorgedepot?“, Zendepot, Stand 19. Juni 2026, zendepot.de. MSCI-World-Beispiel: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Januar 2026, bundesfinanzministerium.de. Frühstartrente: Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drucksache 21/7864 vom 7. September 2026, dserver.bundestag.de/btd/21/078/2107864.pdf; Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, BT-Drucksache 21/8606 vom 14. Oktober 2026, dserver.bundestag.de/btd/21/086/2108606.pdf. Der Staat zahlt zehn Euro im Monat je Kind im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Förderung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 2020; ab 2027 kommt jedes Jahr der Jahrgang hinzu, der in diesem Jahr sechs Jahre alt wird. Ältere Kinder erhalten keine staatliche Förderung. Eröffnen die Eltern kein Altersvorsorgedepot, legt die Bundesbank das Geld in einem Sondervermögen an, ausschließlich in breit gestreute globale Aktien oder Aktienfonds. Ausgezahlt wird grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen; der Bundesrat muss noch zustimmen. Quelle: Svetlana Kerschner, „Bundestag beschließt Frühstartrente: Was für Vertriebskosten gilt“, DAS INVESTMENT, 16. Oktober 2026, dasinvestment.com (Abruf jeweils am 16. Oktober 2026).

Stand der Quellen: Oktober 2026. Maßgeblich ist das jeweils angegebene Abrufdatum. Für die Inhalte externer Internetseiten übernimmt der Autor keine Haftung. Funktioniert ein Link nicht mehr, freue ich mich über einen Hinweis an kontakt@michael-philipp.de. Keine Anlageberatung.